Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Chrysoberyll Lexikon

Chrysoberyll Edelstein – die Familie hinter Alexandrit und Katzenauge

Chrysoberyll

Chrysoberyll ist der vielleicht am meisten unterschätzte Edelstein: härter als jeder Topas und Spinell, brillanter als die meisten Farbsteine – und Stammvater zweier Berühmtheiten, die ihn selbst in den Schatten stellen: Alexandrit und Katzenauge.

Was ist Chrysoberyll?

Chrysoberyll ist ein Beryllium-Aluminium-Oxid (BeAl₂O₄) – und trotz des Namens kein Beryll: Beryll ist ein Silikat, Chrysoberyll ein Oxid mit völlig anderer Struktur und höherer Härte. Der Name (griechisch chrysos, Gold) verweist auf die typischen Farben: Gelb, Goldgrün, Grünlichgelb bis Bräunlich. Charakteristisch sind seine zyklischen Drillinge – Verwachsungen dreier Kristalle zu pseudohexagonalen „Rädern“, die zu den ästhetischsten Kristallformen der Mineralwelt zählen.

Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineral: BeAl₂O₄ – Oxid (kein Beryll!), orthorhombisch, oft Drillinge
  • Mohs-Härte: 8,5 – nach Diamant und Korund das dritthärteste Schmuckmineral
  • Dichte: 3,68–3,78 g/cm³ · Brechungsindex: 1,74–1,75
  • Farben: Gelb, Goldgrün, Grüngelb, Braun; selten fast farblos
  • Varietäten: gewöhnlicher Chrysoberyll, Cymophan (Katzenauge), Alexandrit
  • Fundorte: Sri Lanka, Brasilien, Madagaskar, Tansania, Indien, Myanmar

Die drei Gesichter der Familie

Gewöhnlicher Chrysoberyll ist der Brillanz-Geheimtipp: hohe Lichtbrechung, große Härte, lebhafte Goldgrün-Töne – bei Preisen weit unter vergleichbaren Saphiren. Cymophan, das echte Katzenauge, führt die Chatoyance-Weltrangliste an – so unangefochten, dass nur er ohne Zusatz „Katzenauge“ heißen darf: Katzenauge (Cymophan). Und Alexandrit, der Farbwechsler, hat als teuerste Varietät ein eigenes Kapitel im Lexikon.

Härte 8,5 – was das praktisch heißt

Zwischen Korund (9) und Topas (8) liegt eine Klasse für sich: Chrysoberyll ist gegen Alltagskratzer praktisch immun, ohne kritische Spaltbarkeit und damit einer der besten Ringsteine überhaupt – eine Eigenschaft, die im Handel selten so betont wird, wie sie es verdient, weil der Stein schlicht weniger Marketing hat als seine berühmten Kinder.

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Häufige Fragen

Ist Chrysoberyll ein Beryll?
Nein – trotz des Namens: Beryll ist ein Silikat, Chrysoberyll ein Beryllium-Aluminium-Oxid mit anderer Struktur und höherer Härte (8,5).
Welche Varietäten gehören zum Chrysoberyll?
Der gewöhnliche gelbgrüne Chrysoberyll, das Katzenauge (Cymophan) und der farbwechselnde Alexandrit – die beiden letzten zählen zu den begehrtesten Steinen überhaupt.
Wie hart ist Chrysoberyll?
8,5 auf der Mohs-Skala – nach Diamant und Korund das dritthärteste Schmuckmineral und damit hervorragend ringtauglich.
Was sind Chrysoberyll-Drillinge?
Zyklische Verwachsungen dreier Kristalle zu pseudohexagonalen Formen – bei Sammlern hochgeschätzte Kristallstufen.
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Chrysoberyll – Kennzahlen im Überblick

Steckbrief
  • Chemische Formel: BeAl₂O₄
  • Kristallsystem: Orthorhombisch
  • Mohs-Härte: 8.5
  • Dichte: 3,70–3,78
  • Brechungsindex: 1,745–1,757
  • Herkunft: Sri Lanka, Brasilien, Russland, Simbabwe
  • Behandlung: Keine üblichen Behandlungen
  • Seltenheit: selten

Fazit

Chrysoberyll ist der seltene Fall eines Steins, der besser ist als sein Ruf – härter, brillanter und günstiger, als seine berühmten Varietäten vermuten lassen. Wer Substanz vor Namen stellt, wird hier fündig.