Hauyn leuchtet in einem elektrischen Blau, das kein anderer Edelstein erreicht. Facettierbare Stücke über 0,5 ct existieren weltweit in weniger als 100 Exemplaren.
Hauyn – das Wichtigste auf einen Blick
- Chemische Formel: (Ca,Na)₄–₈Al₆Si₆(O,S)₂₄(SO₄,Cl)₁–₂
- Kristallsystem: Kubisch
- Mohs-Härte: 5.5
- Dichte: 2,44–2,50
- Brechungsindex: 1,496–1,508
- Herkunft: Deutschland (Laacher See), Italien (Vesuv), Marokko
- Behandlung: Keine
- Seltenheit: extrem selten
Hauyn ist fast immer blau — von hellblau über intensives Kobaltblau bis Ultramarinblau. Je intensiver und gleichmäßiger das Blau, desto wertvoller. Die blaue Farbe ist stabiler als bei vielen anderen blauen Steinen: Hauyn bleicht nicht unter normaler Beleuchtung aus. Seltenere Farben: Weiß, Grau, Gelb, Grün — und seit 2003 auch Gelbgrün aus Tansania.
Alle Themen im Überblick
Farben & Farbursachen
Das Kobaltblau und seine Varianten
Hauyn ist fast immer blau — von hellblau über intensives Kobaltblau bis Ultramarinblau. Je intensiver und gleichmäßiger das Blau, desto wertvoller. Die blaue Farbe ist stabiler als bei vielen anderen blauen Steinen: Hauyn bleicht nicht unter normaler Beleuchtung aus. Seltenere Farben: Weiß, Grau, Gelb, Grün — und seit 2003 auch Gelbgrün aus Tansania.
Historisch interessant: Blaues Glas und Glasuren aus dem Italien des 13. und 14. Jahrhunderts, die Kaiser Friedrich II. gehörten, bestehen nach Analysen aus 2022 wahrscheinlich aus Hauyn — das Mineral wurde als Pigmentrohstoff genutzt, ähnlich wie Lapislazuli.
Herkunft weltweit
Der Laacher See — Weltfundort Nr. 1
Hauyn (auch Haüyn, benannt nach dem französischen Mineralogen René-Just Haüy) ist ein Feldspatoid-Mineral aus der Sodalith-Gruppe. Fast das gesamte facettierbare Material der Welt stammt aus Deutschland — genauer gesagt aus den Bims- und Ascheschichten rund um den Laacher See in der Vulkaneifel. Die Kristalle entstehen in kieselsäurearmen, phonolithischen Gesteinen und werden durch Vulkaneruptionen an die Oberfläche geschleudert. Besonders bekannte Fundstellen sind Mendig und Nickenich in der Osteifel.
Die blaue Farbe entsteht durch einen Ladungstransfer zwischen Schwefelanion-Clustern im Kristallgitter — dasselbe Prinzip wie bei Lapislazuli, dessen Hauptmineral Lazurit chemisch eng mit Hauyn verwandt ist. Hauyn macht tatsächlich einen wesentlichen Bestandteil von Lapislazuli aus.
Schliff & Bearbeitung
Das Problem des Schleifens
Hauyn hat eine ausgeprägte bis perfekte Spaltbarkeit in vier Richtungen (wie Fluorit). Das macht das Facettieren extrem schwierig — jeder Schlag kann den Stein in mehrere Stücke springen lassen. Erfahrene Schleifer richten die Kristallachsen so aus, dass die Spaltflächen nicht parallel zu den Schliffkanten verlaufen. Das erklärt, warum facettierte Hauyne so selten und teuer sind: Die meisten Rohmaterialien gehen beim Versuch zu schleifen verloren.
Über dieses Lexikon
Die Angaben zu Hauyn stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.
