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Das Edelstein-Lexikon

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Jeremejewit Lexikon

Jeremejewit – die kornblumenblaue Rarität

Jeremejewit

Jeremejewit ist ein Sammlertraum in Blau: ein seltenes Aluminium-Borat, dessen kornblumenblaue Kristalle so an Aquamarin erinnern, dass die ersten Funde dafür gehalten wurden – zu Unrecht.

Was ist Jeremejewit?

Jeremejewit ist ein seltenes Aluminium-Borat mit der Formel Al₆(BO₃)₅(F,OH)₃. Er kristallisiert hexagonal in nadeligen bis prismatischen Kristallen mit glasartigem Glanz. Rein ist er farblos; Gitterfehler und Spurenelemente erzeugen die begehrten hellblauen bis kornblumenblauen, seltener gelblichen oder grünlichen Töne.

Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineral: Jeremejewit – Al₆(BO₃)₅(F,OH)₃, Borat, hexagonal
  • Mohs-Härte: 6,5–7,5 · Dichte: ~3,25–3,28 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,63–1,65 · Doppelbrechung ~0,007
  • Farbe: farblos, hellblau, kornblumenblau, gelblich, grünlich
  • Optik: Pleochroismus (blau / farblos / gelb)
  • Fundorte: Namibia (Gem-Material), Russland, Eifel

Das Kernthema: Verwechslung mit Aquamarin

Die hellblauen Jeremejewite erinnern stark an Aquamarin – tatsächlich wurden frühe Funde dafür gehalten. Doch Brechungsindex, Dichte und Pleochroismus trennen die beiden klar: Jeremejewit oder Aquamarin.

Von Sibirien nach Namibia

Erstbeschrieben wurde Jeremejewit 1883 in Sibirien. Fast ein Jahrhundert lang war er nur in winzigen Kristallen bekannt – bis in den 1970er-Jahren Namibia facettierbare blaue Kristalle lieferte. Heute stammt das meiste Gem-Material aus dem Erongo-Gebirge: Herkunft.

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Häufige Fragen

Was ist Jeremejewit?
Ein seltenes Aluminium-Borat (Al₆(BO₃)₅(F,OH)₃) mit Mohs-Härte 6,5–7,5. Rein ist er farblos; die begehrten Steine sind hellblau bis kornblumenblau und stammen meist aus Namibia.
Warum wird Jeremejewit mit Aquamarin verwechselt?
Weil die hellblauen Kristalle Aquamarin sehr ähneln – frühe Funde wurden dafür gehalten. Brechungsindex, Dichte und Pleochroismus trennen die beiden aber klar.
Woher kommt Jeremejewit?
Erstbeschrieben 1883 in Sibirien, stammt das meiste facettierbare Gem-Material heute aus Namibia, besonders dem Erongo-Gebirge. Mikrokristalle gibt es auch in der Eifel.
Ist Jeremejewit selten?
Ja, er zählt zu den selteneren Sammlersteinen. Facettierbares Material ist rar; die meisten Steine wiegen unter zwei Karat, größere sind außergewöhnlich.
Verwandte Raritäten: Painit  ·  Aquamarin  ·  Turmalin

Jeremejewit – Kennzahlen im Überblick

Steckbrief
  • Familie: Aluminiumborat (Al₆B₅O₁₅(F,OH)₃)
  • Chemische Formel: Al₆B₅O₁₅(F,OH)₃
  • Kristallsystem: Hexagonal
  • Mohs-Härte: 6,5–7,5
  • Dichte: 3,28–3,31 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,640–1,653
  • Dispersion: 0,013
  • Farben: Farblos, hellblau, gelb, hellviolett — sehr seltene Farben
  • Herkunft: Namibia (Erongo), Myanmar (Mogok), Tadschikistan, Russland (Ural)
  • Behandlung: Keine
  • Seltenheit: extrem selten

Fundgebiete weltweit

FundgebietBesonderheit
NamibiaErongo-Region: seit 2001, weltbeste facettierbare Qualität
MyanmarMogok: gelbe Varietät, selten
TadschikistanPamir: selten, hellviolett
RusslandNerchinsk, Ural: Erstfundort 1883, nur Mikrokristalle

Qualität und Wert

MerkmalWorauf es ankommt
SeltenheitZu den zehn seltensten Mineralien der Erde. Jährliche Welternte: einige Dutzend Gramm facettierbares Material.
FarbeFarblos und hellblau aus Namibia. Gelb aus Myanmar. Alle Farben selten. Helles, gleichmäßiges Blau ist am begehrtesten.
GrößeStücke über 1 ct sind Auktionsobjekte. Über 2 ct: Weltklasse- Sammlerstücke .
ZertifikatGIA-Zertifikat unverzichtbar. Verwechslung mit Aquamarin möglich.

Fazit

Jeremejewit ist ein kornblumenblaues Sammler-Borat, das Aquamarin täuschend ähnelt und doch eine eigene Rarität ist. Sein bestes Blau stammt aus Namibia – und ist selten genug, um Kenner zu begeistern.