Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Pyrit Lexikon

Pyrit Edelstein – der messinggelbe Würfelmacher

Pyrit

Pyrit ist der berühmteste Hochstapler der Mineralogie: Sein messinggelber Glanz hat Generationen von Goldsuchern getäuscht – doch seine perfekten Würfelkristalle sind ein Kunststück, das echtes Gold nie zustande bringt.

Was ist Pyrit?

Pyrit ist Eisendisulfid (FeS₂) – das häufigste Sulfidmineral der Erde und der klassische Verwechslungspartner von Gold. Sein Name kommt vom griechischen pyr, Feuer: An Stahl geschlagen sprüht Pyrit Funken, weshalb er in Steinschlosszündern historisch als Feuerzünder diente. Was ihn für Sammler unverwechselbar macht, ist seine Neigung, in naturgeometrisch perfekten Würfeln zu kristallisieren.

Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineral: Pyrit – FeS₂, Eisendisulfid, kubisch
  • Mohs-Härte: 6–6,5 · Dichte: 4,8–5,0 g/cm³
  • Farbe: Messinggelb, hell, metallisch glänzend
  • Strichfarbe: Grünlich- bis bräunlichschwarz
  • Bruch: muschelig, spröde – anders als das dehnbare Gold
  • Fundorte: Spanien (Navajún), Peru, Italien (Elba), USA

Warum Pyrit „Katzengold“ heißt

Der Beiname trennt Schein von Sein: Pyrit sieht aus wie Gold, ist aber härter, spröder und leichter. Wer ihn mit einer Klinge ritzt, erntet Pulver statt Span – echtes Gold lässt sich schneiden und verformen. Die Verwechslung hat Goldsucher der Währungsgeschichte teuer zu stehen gebracht; die Unterscheidung ist heute ein Handgriff: Pyrit erkennen.

Das Sammlerthema: der stille Zerfall

Pyrits größte Schwäche ist chemischer Natur. Sein instabiler Zwilling Markasit (gleiche Formel, andere Kristallform) und feuchte Lagerung führen zur gefürchteten „Pyritpest“ – der Stein zerfällt zu Eisensulfat-Staub. Warum das passiert und wie man Sammlerstücke schützt: Pyrit erkennen und Pyrit kaufen.

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Häufige Fragen

Ist Pyrit echtes Gold?
Nein. Pyrit ist Eisendisulfid (FeS₂) und heißt deshalb „Katzengold“. Er ist härter und spröder als Gold, hat grünlichschwarze Strichfarbe und ist deutlich leichter.
Warum bildet Pyrit so perfekte Würfel?
Pyrit kristallisiert kubisch. Unter gleichmäßigen Bedingungen entstehen dabei natürliche Würfel mit ebenen Flächen – etwa in der Fundstelle Navajún in Spanien, die dafür weltberühmt ist.
Was ist die Pyritpest?
Ein Zerfallsprozess: Bei Feuchtigkeit oxidiert Pyrit – besonders wenn Markasit beigemengt ist – zu Eisensulfat und zerfällt zu Pulver. Trockene, luftige Lagerung beugt vor.
Ist Pyrit derselbe Stein wie Markasit?
Chemisch ja (beide FeS₂), kristallografisch nein: Pyrit ist kubisch und stabil, Markasit rhombisch und deutlich zerfallsanfälliger. Der „Markasit“ des Schmuckhandels ist meist Pyrit.
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Pyrit – Kennzahlen im Überblick

Steckbrief
  • Familie: Eisensulfid (FeS₂)
  • Chemische Formel: FeS₂
  • Kristallsystem: Kubisch
  • Mohs-Härte: 6–6,5
  • Dichte: 4,95–5,10 g/cm³
  • Brechungsindex: Nicht transparent
  • Dispersion: Keine
  • Farben: Messinggelb, gold — metallischer Glanz
  • Herkunft: Spanien (Huelvá), Peru, Mexiko, Russland, USA, Italien
  • Behandlung: Keine
  • Seltenheit: häufig

Fundgebiete weltweit

FundgebietBesonderheit
SpanienNavajún (La Rioja): weltbeste kubische Kristalle, Sammlerstücke
PeruHuanzala: Sonnenpyrit, pyritisierte Fossilien, gute Mengen
RusslandUral: historisch, gute Kristallformen
USAColorado und Illinois: Markasit-Schmuck-Rohstoff
ItalienElba und Toskana: historische Fundorte, kleine Kristalle

Qualität und Wert

MerkmalWorauf es ankommt
KristallformPerfekte Würfel, Pyritoeder oder Oktaeder aus Spanien (Navajún, La Rioja) sind die begehrtesten Sammlerstücke. Makellose geometrische Formen naturbelassen.
MarkasitHandelsname für facettierten Pyrit in Schmuck. Technisch: Markasit ist ein anderes Mineral (orthorhombisch), echter Schmuck-"Markasit" ist fast immer Pyrit (kubisch).
AnlaufenPyrit oxidiert an der Luft langsam — oberfläche wird stumpf. Regelmäßiges Polieren erhält den Glanz.
FossilienPyritisierte Fossilien (Ammoniten, Belemniten) sind beliebte Sammlerstücke — der biologische Hartteile durch Pyrit ersetzt.

Fazit

Pyrit täuscht Gold vor und liefert dafür etwas, das Gold nicht kann: geometrisch perfekte Kristalle. Wer ihn trocken lagert, hat ein unverwechselbares Stück Mineralogie in der Hand.