Sugilith ist ein hexagonales Lithium-Ringsilikat, das seine violette Farbe dreiwertigem Mangan verdankt. Schmucktaugliches Material liefert praktisch nur das Kalahari-Manganfeld in Südafrika, weshalb gute Ware seit Jahren knapper und teurer wird.
Sugilith – die Kennzahlen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Mineralklasse | Silikate, Ringsilikate (Cyclosilikate), Milarit-Gruppe |
| Chemische Formel | KNa2(Fe³⁺,Mn³⁺,Al)2Li3Si12O30 |
| Kristallsystem | hexagonal, Raumgruppe P6/mcc; im Schmuckmaterial derb und feinkörnig |
| Mohs-Härte | 5,5 bis 6,5 (derbes Kalahari-Material meist 6 bis 6,5) |
| Dichte | 2,74 bis 2,80 g/cm³ |
| Brechungsindex | nε 1,607, nω 1,610; im Handel oft als 1,59 bis 1,61 angegeben, an Cabochons per Spotmethode ca. 1,61 |
| Doppelbrechung | 0,003 (einachsig negativ); an derbem Material nicht messbar |
| Glanz | Glasglanz auf frischen Flächen, poliert meist Wachs- bis Fettglanz |
| Spaltbarkeit | unvollkommen nach {0001} |
| Bruch | muschelig bis uneben, spröde |
| Transparenz | undurchsichtig bis durchscheinend; nur „Gel-Sugilith“ ist deutlich transluzent |
| Farben | tiefviolett bis rotviolett, Flieder, Magenta-Rosa, seltener gelbbraun oder farblos; Strich weiß |
| Wichtigste Fundorte | Wessels Mine und N'Chwaning I bis III, Kalahari-Manganfeld bei Hotazel, Nordkap, Südafrika; Typlokalität Iwagi (Ehime, Japan); Mont Saint-Hilaire (Kanada), Ligurien und Toskana (Italien), Madhya Pradesh (Indien), New South Wales (Australien) |
| Behandlungen | im Regelfall unbehandelt; gelegentliches Erhitzen zum Aufhellen sehr dunkler Ware ist beschrieben, Stabilisierung poröser Stücke mit Kunstharz kommt vor |
| Erstbeschreibung | 1944 von Ken-ichi Sugi und M. Kutsuna auf Iwagi entdeckt; formell beschrieben 1976 durch N. Murakami, T. Kato, Y. Miúra und F. Hirowatari im Mineralogical Journal, benannt posthum nach Sugi (1901 bis 1948) |
Ein Lithium-Ringsilikat mit Mangan als Farbträger
Sugilith gehört chemisch zur Milarit-Gruppe, einer Familie von Ringsilikaten mit zwölfgliedrigen Silizium-Sauerstoff-Ringen. Die Formel KNa2(Fe³⁺,Mn³⁺,Al)2Li3Si12O30 zeigt bereits, wie ungewöhnlich der Stein ist: Er enthält Lithium als wesentlichen Bestandteil, was unter Schmucksteinen selten vorkommt. Die Kristalle sind hexagonal, im Schmuckmaterial aber nie erkennbar, denn Sugilith tritt dort als dichtes, feinkörniges Aggregat auf. Die violette Farbe stammt von dreiwertigem Mangan, das auf den oktaedrisch koordinierten Plätzen sitzt. Mit einer Mohs-Härte von 5,5 bis 6,5 und einer Dichte um 2,75 g/cm³ liegt Sugilith im Bereich von Türkis und Lapislazuli. Die Spaltbarkeit nach der Basisfläche ist unvollkommen und spielt beim Schleifen kaum eine Rolle, der Stein ist jedoch spröde. Poliert zeigt er einen Wachs- bis Fettglanz, nur die dichtesten Partien erreichen echten Glasglanz. Eine Fluoreszenz ist nicht bekannt, der Strich ist weiß, und ein Pleochroismus lässt sich nur an sehr dünnen, durchscheinenden Partien schwach erahnen.
Von der japanischen Typlokalität zum südafrikanischen Schmuckstein
Entdeckt wurde Sugilith 1944 auf der kleinen Insel Iwagi in der Präfektur Ehime, Japan. Der Petrograph Ken-ichi Sugi fand ihn zusammen mit M. Kutsuna in einem Ägirinsyenit, wo er drei bis acht Volumenprozent des Gesteins ausmacht und mit Albit, Ägirin und Pektolith vergesellschaftet ist. Das japanische Material ist hellgelbbraun bis farblos und für Schmuck ohne Bedeutung. Erst 1976 legten Murakami, Kato, Miúra und Hirowatari die vollständige Beschreibung vor und benannten das Mineral posthum nach Sugi. Der Schmuckstein entstand woanders: 1975 stieß man im südafrikanischen Kalahari-Manganfeld auf massives, tief violettes Material. Ab 1979 kam es in nennenswerten Mengen in den Handel. Seither liefert praktisch ausschließlich dieses Gebiet die Ware, die Sie als Sugilith in Schmuck finden. Alle übrigen Vorkommen sind Sammlerfundstellen ohne Marktbedeutung.
Warum die Preise seit Jahren steigen
Sugilith wird nicht auf Sugilith abgebaut. Die Wessels Mine und die N'Chwaning-Gruben sind Manganbergwerke; das Silikat fällt nur an, wenn ein Vortrieb zufällig eine sugilithführende Zone durchfährt. Die tief violetten, transluzenten Partien, die der Handel als Gel-Sugilith führt, machten immer nur einen kleinen Bruchteil der Ausbeute aus. Die ergiebigsten dieser Zonen sind seit den späten 1980er und 1990er Jahren abgebaut, und neue Funde sind nicht planbar. Hinzu kommt, dass der Abbau in mehreren hundert Metern Tiefe stattfindet und die Betreiber kein wirtschaftliches Interesse daran haben, für ein Nebenprodukt gesonderte Abbaupläne zu fahren. Das Ergebnis ist ein Markt, der von Altbeständen lebt. Einfache opake Ware ist weiterhin erhältlich, doch für gleichmäßig gefärbtes, transluzentes Material zahlen Sie heute ein Vielfaches dessen, was vor zwanzig Jahren üblich war.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Der Markt für Sugilith ist stark von Imitaten durchsetzt. Gefärbter Magnesit, Howlith, Marmor, Quarzit und Serpentin werden als Sugilith angeboten, ebenso Blöcke aus zerkleinertem Material in Kunstharz und reine Keramik- oder Glasnachbildungen. Prüfen Sie die Dichte: Sugilith liegt bei 2,74 bis 2,80 g/cm³, gefärbter Magnesit bei etwa 3,0, Howlith bei 2,6 und Serpentin bei 2,4 bis 2,8. Ein Blick mit der Lupe auf Bohrlöcher und Kanten verrät Farbstoffanreicherungen in Rissen. Achten Sie außerdem auf die Verwechslung mit Charoit: Charoit zeigt verwobene Faserbündel mit seidigem Schiller, hat einen Brechungsindex von 1,550 bis 1,559 und enthält häufig orangefarbenen Tinaksit und schwarzen Ägirin-Augit. Sugilith ist gleichmäßig körnig, ohne Faserschiller, und liegt bei etwa 1,61. Verlangen Sie bei teurer Ware eine Herkunftsangabe zur Grube.
Alle Themen im Überblick
Kurz gefasst
Sugilith ist einer der wenigen Schmucksteine, deren Versorgung an einer einzigen Bergbauregion hängt, und dort auch nur als Nebenprodukt anfällt. Wer gleichmäßig tief violettes, transluzentes Material sucht, sollte zugreifen, wenn es angeboten wird, und den Preis als Knappheitspreis verstehen. Für den normalen Bedarf reicht gute opake Ware mit sattem Ton und wenig Manganoxid-Aderung völlig aus; sie ist preiswert und optisch eindrucksvoll. Kaufen Sie nur mit klarer Herkunftsangabe und prüfen Sie die Dichte, denn Imitate sind auf diesem Markt die Regel und nicht die Ausnahme.
Die mineralogischen Kennzahlen dieses Clusters wurden gegen mineralogische Fachquellen und Laborberichte abgeglichen; Preisangaben sind Handelsspannen und keine verbindlichen Notierungen.
Über dieses Lexikon
Die Angaben zu Sugilith stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.
