Unakit ist kein Mineral, sondern ein Gestein: ein hydrothermal veränderter Granit aus grünem Epidot, rosa bis lachsfarbenem Kalifeldspat und farblosem Quarz. Petrographisch korrekt heißt er Unakit-Granit oder epidotisierter Granit; seinen Namen trägt er nach der Unaka Range in den Appalachen, wo Frank Howe Bradley ihn 1874 erstmals beschrieb.
Unakit – die Kennzahlen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Mineralklasse | kein Mineral, sondern ein Gestein: hydrothermal veränderter (epidotisierter) Granit beziehungsweise Granitoid, petrographisch als Unakit-Granit, epidotisierter Granit oder epidotisierte Kataklasit-Brekzie geführt; Hauptgemengteile sind Epidot, Kalifeldspat (Orthoklas, teils Mikroklin) und Quarz |
| Chemische Formel | als Gestein keine einheitliche Formel; Epidot Ca2(Al2Fe³⁺)[Si2O7][SiO4]O(OH), Orthoklas KAlSi3O8, Quarz SiO2; untergeordnet Albit bis Oligoklas NaAlSi3O8 bis (Na,Ca)(Si,Al)4O8, akzessorisch Zirkon, Apatit, Magnetit, Titanit |
| Kristallsystem | als Gestein kein eigenes Kristallsystem; Epidot monoklin (Raumgruppe P21/m), Orthoklas monoklin, Quarz trigonal; Gefüge körnig bis kataklastisch, nicht geschiefert |
| Mohs-Härte | 6 bis 7 für das Gestein insgesamt, uneinheitlich verteilt: Orthoklas 6, Epidot 6 bis 7 (gemmologisch meist 6 bis 6,5), Quarz 7 |
| Dichte | 2,85 bis 3,20 g/cm³, typisch um 3,0; epidotreiche Partien liegen höher (Epidot 3,38 bis 3,49 g/cm³), feldspatreiche tiefer (Orthoklas 2,55 bis 2,63 g/cm³) |
| Brechungsindex | am Aggregat kein sinnvoller Einzelwert; die Komponenten liegen bei Orthoklas 1,518 bis 1,526, Quarz 1,544 bis 1,553 und Epidot 1,729 bis 1,768; Handelsangaben spannen entsprechend 1,52 bis 1,77 |
| Doppelbrechung | am dichten, vielkörnigen Aggregat nicht messbar; die Einzelminerale zeigen Epidot 0,019 bis 0,046, Quarz 0,009, Orthoklas 0,005 bis 0,008 |
| Glanz | Glasglanz bis Fettglanz auf polierten Flächen, matt bis körnig-stumpf im frischen Bruch; Epidotpartien nehmen den lebhaftesten Glanz an |
| Spaltbarkeit | am Gestein keine; die Gemengteile spalten unterschiedlich: Orthoklas vollkommen nach zwei Richtungen im Winkel von etwa 90 Grad, Epidot vollkommen nach {001}, Quarz gar nicht |
| Bruch | uneben bis körnig-splittrig, entlang der Korngrenzen brechend; spröde, Zähigkeit nur mäßig |
| Transparenz | undurchsichtig; allenfalls dünne Quarzpartien an Kanten schwach durchscheinend |
| Farben | Pistaziengrün bis Olivgrün (Epidot) in gefleckter Verwachsung mit Rosa, Lachsrosa, Fleischrot bis Ziegelrot (Kalifeldspat) und farblosen bis grauen oder rauchigen Quarzpartien; seltener schwarze Adern und Schlieren; Strich weiß |
| Wichtigste Fundorte | Unaka Range mit Max Patch, Walnut Mountain und The Bluff in Cocke County, Tennessee (Typlokalität); Blue Ridge in Virginia, besonders Irish Creek und das Gebiet um Vesuvius in Rockbridge County sowie Nelson County; Pompton-Granit in Passaic County, New Jersey; Geschiebe am Lake Superior; Südafrika; Sierra Leone; Brasilien; China; Simbabwe; Finnland; Irland; Geschiebefunde an Ostsee und Nordsee |
| Behandlungen | üblicherweise unbehandelt; gelegentlich gewachste Trommelsteine und harzstabilisierte poröse oder rissige Partien; Färbung ist bei echtem Unakit unüblich, kommt aber bei gefärbten Imitaten aus Magnesit, Howlith oder Marmor vor, die unter dem Namen angeboten werden |
| Erstbeschreibung | 1874 durch den Geologen Frank Howe Bradley, benannt nach der Unaka Range in den Appalachen; die Belegstücke stammten von The Bluff, Walnut Mountain und Max Patch in Cocke County, Tennessee |
Drei Minerale, ein Gestein: warum Unakit kein Mineral ist
Unakit wird im Handel wie ein Edelstein geführt, mineralogisch ist er keiner. Ein Mineral hat eine definierte chemische Zusammensetzung und ein Kristallsystem. Unakit hat beides nicht, denn er ist ein Gestein: ein Granit, der durch heiße wässrige Lösungen verändert wurde. Sie sehen in jedem polierten Stück drei Gemengteile nebeneinander. Das Grün ist Epidot, ein Calcium-Aluminium-Eisen-Silikat. Das Rosa bis Lachsfarbene ist Kalifeldspat, meist Orthoklas, seltener Mikroklin. Die farblosen bis grauen Partien sind Quarz. Dazu treten Albit bis Oligoklas und in kleinen Mengen Zirkon, Apatit, Titanit und Magnetit. Petrographisch korrekt heißt das Material Unakit-Granit oder epidotisierter Granit, in stark zerbrochenen Vorkommen auch epidotisierte Kataklasit-Brekzie. Die im Handel verbreiteten Namen Unakit-Jaspis oder Blumenjaspis sind schlicht falsch: Jaspis ist durchgehend feinkörniger Quarz, Unakit dagegen ein grobkörniges magmatisches Gestein mit bloßem Auge erkennbaren Körnern. Wer das versteht, versteht auch die ungewöhnlichen Eigenschaften dieses Steins.
Epidotisierung: wie aus Granit Unakit wird
Der Weg vom Granit zum Unakit heißt Epidotisierung. Heiße, wässrige Lösungen dringen entlang von Klüften, Scherzonen und Korngrenzen in ein bereits erstarrtes granitisches Gestein ein. Diese Fluide greifen bevorzugt die calciumreichen Plagioklase und die dunklen Minerale an, also Hornblende, Biotit und Pyroxen. Aus ihnen entsteht Epidot, der das Gestein grün färbt. Kalifeldspat und Quarz bleiben dabei weitgehend unangetastet, weil sie kein Calcium liefern und chemisch stabiler sind. Genau daraus ergibt sich das typische Bild: rosa Feldspatkörner und farbloser Quarz schwimmen in einer grünen Epidotmasse oder werden von grünen Äderchen durchzogen. Die Umwandlung verläuft fortschreitend. Am wenig veränderten Ende steht der unveränderte Granit oder Charnockit, in der Mitte der Unakit, am Ende der Epidosit, in dem fast nur noch Epidot und Quarz übrig sind. Deshalb schwankt der Grünanteil innerhalb eines einzigen Aufschlusses erheblich.
Drei Härten in einem Stein: was das beim Polieren bedeutet
Kein anderer Schmuckstein zwingt Sie so deutlich, die Härte differenziert zu betrachten. Orthoklas steht mit 6 auf der Mohs-Skala, er ist sogar das Referenzmineral dieser Stufe. Epidot liegt bei 6 bis 7, gemmologisch meist bei 6 bis 6,5. Quarz erreicht 7. Für das Gestein wird deshalb 6 bis 7 angegeben, doch dieser Wert ist ein Mittel, keine Eigenschaft einer einzelnen Stelle. Der Unterschied beträgt rund eine Härtestufe und ist damit klein genug, dass starkes Unterschleifen ausbleibt. Reliefbildung tritt dennoch auf, wenn Sie Körnungen überspringen oder zu lange auf einer weichen Unterlage polieren: Der Quarz bleibt stehen, Feldspat und Epidot weichen zurück. Das eigentliche Problem ist nicht die Härte, sondern die vollkommene Spaltbarkeit des Feldspats nach zwei Richtungen. An Kanten und Rändern brechen ganze Körner aus. Gerundete Formen und eine lückenlose Schleiffolge lösen beides.
Was Unakit kostet und woran Sie gute Ware erkennen
Unakit gehört zu den preiswertesten Schmucksteinen überhaupt, weil er in großen Mengen ansteht. Rohware aus Südafrika kostet im deutschen Großhandel je nach Menge zwischen etwa 4,80 und 13,20 Euro pro Kilogramm. Trommelsteine in A-Qualität, 2 bis 4 Zentimeter groß, liegen bei 27,60 bis 30,00 Euro für ein halbes Kilogramm, also bei 35 bis 45 Stück etwa 0,60 bis 0,85 Euro je Stein. Eine Kugel von 40 Millimeter kostet um 11,90 Euro, ein Donut derselben Größe 4,35 bis 4,50 Euro, ein ovaler Cabochon von 18 mal 13 Millimeter etwa 4,80 Euro. Ketten aus 12- bis 14-Millimeter-Kugeln in 45 Zentimeter Länge kosten 15,47 bis 19,64 Euro. Der Preis richtet sich fast ausschließlich nach Farbkontrast, Rissfreiheit und Politurqualität. Zahlen Sie den Aufschlag für kräftiges Rosa neben sattem Grün, nicht für Gewicht.
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Kurz gefasst
Unakit ist ein ehrlicher, günstiger Schmuckstein mit ungewöhnlich klarer Herkunftsgeschichte: ein Granit, dem heiße Lösungen ein zweites Gesicht gegeben haben. Wir empfehlen ihn für Anhänger, Ketten, Broschen und Dekorobjekte, im Ring nur in einer Zarge. Kaufen Sie nach Kontrast und Politur, nicht nach Gewicht, und prüfen Sie die Oberfläche im Streiflicht auf Relief und ausgebrochene Körner. Meiden Sie Ware mit verdächtig gleichmäßigem Grün ohne erkennbare Kristallkörner, denn dahinter steckt häufig gefärbter Magnesit. Bei Unakit zahlt sich Wählerischsein aus, weil der Preis ohnehin niedrig ist.
Die mineralogischen Kennzahlen dieses Clusters wurden gegen mineralogische Fachquellen und Laborberichte abgeglichen; Preisangaben sind Handelsspannen und keine verbindlichen Notierungen.
Über dieses Lexikon
Die Angaben zu Unakit stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.
