Prasiolith – auch „Grüner Amethyst" genannt – ist eine der ungewöhnlichsten Quarzvariationen: Ein violetter Amethyst, der durch Hitze sein Violett ablegt und ein frisches, mintgrünes bis grasgrünes Erscheinungsbild annimmt. Der Stein, der zwei Leben hat.
Was ist Prasiolith?
Prasiolith ist eine grüne Varietät des Quarzes (SiO₂), die fast ausschließlich durch thermische Behandlung von Amethyst entsteht. Der Name leitet sich vom Griechischen ab: prason (Lauch) und lithos (Stein) – also „Lauchstein", benannt nach seiner charakteristischen blassgrünen Farbe. In der Natur kommt Prasiolith nur an wenigen Fundorten spontan vor; der überwiegende Teil des Marktes wird durch gezielt erhitzten Amethyst versorgt.
Prasiolith vs. „Grüner Amethyst"
Im Handel wird Prasiolith häufig als „Grüner Amethyst" bezeichnet – gemmologisch ist das nicht korrekt, da echter Amethyst per Definition violett ist. Die Bezeichnung hat sich jedoch im internationalen Handel eingebürgert und ist weit verbreitet. Gemmologisch korrekt ist Prasiolith oder Grüner Quarz. Beim Kauf ist es sinnvoll, beide Begriffe zu kennen.
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Kurzprofil Prasiolith
| Eigenschaft | Prasiolith |
|---|---|
| Mineral | Quarz (SiO₂) – grüne Varietät |
| Farbe | Mintgrün, Hellgrün, Grasgrün, Gelbgrün |
| Mohs-Härte | 7 |
| Entstehung | Meist durch Erhitzen von Amethyst (400–500 °C) |
| Natürliche Vorkommen | Brasilien (Montezuma), Polen (Niederschlesien), Kanada |
| Behandlung | Fast immer thermisch behandelt |
| Handelsname | Auch „Grüner Amethyst" (gemmologisch ungenau) |
| Verwandte Steine | Amethyst (violett), Citrin (goldgelb), Ametrin (bicolor) |
Prasiolith in der Quarzfamilie
Prasiolith ist das dritte Mitglied der Amethyst-Gruppe neben Amethyst und Ametrin. Alle drei sind Quarzvariationen, alle drei verdanken ihre Farbe dem Eisen im Kristallgitter – und alle drei hängen durch Temperatur zusammen: Amethyst kann durch Erhitzen zu Citrin oder zu Prasiolith werden, je nach Herkunft und Eisengehalt des Ausgangsmaterials.
Häufige Fragen
Prasiolith – Kennzahlen im Überblick
- Familie: Quarz (SiO₂)
- Chemische Formel: SiO₂ mit Fe³⁺ (oxidiert durch Erhitzen)
- Kristallsystem: Trigonal
- Mohs-Härte: 7
- Dichte: 2,65 g/cm³
- Brechungsindex: 1,544–1,553
- Dispersion: 0,013
- Farben: Lauchgrün, gelblichgrün, mintgrün — durch thermische Behandlung aus Amethyst
- Herkunft: Brasilien (Montezuma, Minas Gerais), Polen (Szklary), Kanada
- Behandlung: Erhitzen von Amethyst (Standard); wenige natürliche Vorkommen
- Seltenheit: mittel
Fundgebiete weltweit
| Fundgebiet | Besonderheit |
|---|---|
| Brasilien | Montezuma, Minas Gerais: weltgrößter Produzent, Amethyst-Rohstoff |
| Polen | Szklary, Niederschlesien: einzige bedeutende natürliche Quelle |
| Kanada | Thunder Bay, Ontario: natürlicher Prasiolith in kleinen Mengen |
| USA | Arizona und North Carolina: kleine natürliche Vorkommen |
Qualität und Wert
| Merkmal | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Natürlich vs. Behandelt | Natürlicher Prasiolith (Szklary, Polen) ist selten und teurer. Behandelter Prasiolith ist Standard — stabil, akzeptiert, günstig. "Green Amethyst" ist ein Handelsname ohne gemologische Grundlage. |
| Farbe | Mittleres, gleichmäßiges Lauchgrün ist am wertvollsten. Zu hell (mintgrün) oder zu gelblichgrün mindert den Wert. Intensive, satte Farbe ist selten. |
| Klarheit | Prasiolith sollte augenscheinlich klar sein. Als behandelter Quarz ist er oft sehr rein — ein Vorteil gegenüber natürlichen Farbsteinen. |
| Preis-Leistung | Prasiolith ist eine günstige Alternative für grüne Edelsteine. Für den Preis eines kleinen Smaragds erhält man einen großen, klaren Prasiolith. |
Fazit
Prasiolith ist der ruhigste der drei – kein dramatisches Violett wie Amethyst, kein zweifarbiges Schauspiel wie Ametrin, sondern ein frisches, stilles Mintgrün. Zugänglich im Preis, unverwechselbar im Erscheinungsbild und mit einer faszinierenden Entstehungsgeschichte aus dem Feuer des Amethysts.
