Sodalith steht in der Bestimmungspraxis meist auf der anderen Seite des Tisches: Nicht er wird gefälscht – er wird als Teureres ausgegeben. Wer ihn sicher erkennt, entlarvt damit zugleich falsch deklarierten „Lapis“.
Die Kennwerte des Sodaliths
Im Labor ist Sodalith gut fassbar: Dichte um 2,2 (auffallend leicht – deutlich unter Lapis mit 2,7–2,9), Brechungsindex um 1,48 (einer der niedrigsten unter blauen Schmucksteinen), Härte 5,5–6, weißer bis bläulich-weißer Strich, häufig kräftig orange Fluoreszenz unter langwelligem UV. Diese Kombination trennt ihn von praktisch allen Verwechslern.
Abgrenzung Nummer eins: Lapislazuli
Der Dauerfall – Pyritfunken, wärmeres Königsblau, höhere Dichte und hellblauer Strich sprechen für Lapis; Violettstich, Leichtigkeit und Orange-Fluoreszenz für Sodalith. Der ausführliche Vergleich mit allen Schnelltests steht auf der eigenen Seite Sodalith vs. Lapislazuli.
Die weiteren Verwechsler
| Material | Typisches Bild | Abgrenzung zum Sodalith |
|---|---|---|
| Dumortierit(-Quarz) | dunkles, oft stumpferes Blau | deutlich härter (um 7), höhere Dichte, keine Orange-Fluoreszenz |
| Lazulith | kräftig blaues Phosphat | höhere Dichte (~3,1), anderer Glanz |
| Gefärbter Howlith/Magnesit | „zu perfektes“ Blau mit grauen Adern | Farbstoff in Rissen, Acetontest-Spuren, abweichende Kennwerte |
| Gefärbter Jaspis („Swiss Lapis“) | gleichmäßig durchgefärbt | Quarz-Härte um 7, Dichte 2,6, Farbmittelbefund |
| Blau gefärbtes Glas | homogen, Blasen | runde Gasblasen, muscheliger Glanzbruch |
Gefärbter Sodalith
Auch Sodalith selbst wird gelegentlich nachgeholfen: Blasses Material wird blau nachgefärbt, um Spitzenware zu simulieren – erkennbar an Farbstoffanreicherungen in Rissen und Korngrenzen unter der Lupe und an Abfärbespuren beim vorsichtigen Acetontest an unauffälliger Stelle. Nach § 5 UWG ist Färbung offenzulegen.
Selbstprüfung: die Hausmittel
Ohne Labor kommt man beim Sodalith erstaunlich weit: UV-Taschenlampe (Orange-Leuchten), Gewichtsvergleich mit einem bekannten Lapis-Stück, Lupenblick auf Aderung (netzartig statt fleckig) und Pyritfreiheit. Für Kaufentscheidungen jenseits von Kleinbeträgen – und immer bei „Lapis“-Deklaration – bleibt die gemmologische Prüfung der Maßstab.
Häufige Fragen
Fazit
Sodalith zu erkennen heißt zweifach zu gewinnen: den Stein sicher zu bestimmen – und jeden falsch deklarierten „Lapis“ gleich mit. Dichte, UV und Lupenbild genügen für die meisten Fälle; den Rest klärt das Labor.