Aquamarine werden auf allen Kontinenten gefunden – doch nicht alle Herkünfte sind gleich. Brasilien dominiert den Weltmarkt, aber Mosambik, Pakistan und andere Länder liefern zunehmend hochwertige Konkurrenz.
Brasilien – die unangefochtene Nummer 1
Der brasilianische Bundesstaat Minas Gerais ist die wichtigste Aquamarin-Region der Welt. Hier liegen die bedeutendsten Minen: Santa Maria de Itabira (Ursprung des Santa-Maria-Begriffs), Marambaia und zahlreiche weitere Pegmatit-Lagerstätten. Brasilien liefert das gesamte Qualitätsspektrum – von blassen Einstiegsqualitäten bis zu den intensivsten Santa-Maria-Steinen.
Bemerkenswert: Der weltgrößte Aquamarinkristall – der „Dom Pedro" – wurde 1980 in Brasilien gefunden, wiegt 26 kg und wurde zu einer 10.363-Karat-Skulptur geschliffen, die heute im Smithsonian Institution in Washington steht.
Mosambik – Santa Maria Africana
Mosambik hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zur zweitwichtigsten Quelle für intensive Aquamarine entwickelt. Die Steine aus dem Norden Mosambiks zeigen oft ein tiefes, reines Blau, das dem brasilianischen Santa Maria ebenbürtig ist – daher der Begriff „Santa Maria Africana". Mosambik-Aquamarine bieten häufig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Pakistan und Afghanistan
Die Hochgebirgsregionen des Hindukusch und Karakorum liefern Aquamarine in guter bis sehr guter Qualität. Pakistanische Aquamarine aus der Provinz Gilgit-Baltistan sind bekannt für intensive Farben und oft außergewöhnliche Kristallgröße. Afghanen aus Nuristan und Badakhshan ergänzen das Angebot.
Nigeria, Madagaskar und weitere Quellen
Historische Fundstellen
Die russischen Ural-Minen lieferten im 19. Jahrhundert bedeutende Aquamarine für die zarische Hofhaltung. Heute sind sie weitgehend erschöpft und nur noch für Sammlerstücke relevant. Der berühmte „Maxixe"-Aquamarin aus Brasilien ist bekannt für sein tiefes Indigoblau – verliert allerdings seine intensive Farbe bei Lichtexposition, da sie durch Bestrahlung erzeugt wurde.
Fazit
Brasilien bleibt die wichtigste Quelle – aber Mosambik und Pakistan liefern zunehmend erstklassige Konkurrenz. Für ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis lohnt sich der Blick auf Mosambik; für das Prestige des Originals führt kein Weg an Santa Maria aus Minas Gerais vorbei.