Bernstein ist eines der am häufigsten gefälschten Naturmaterialien überhaupt. Wer weiß, wie echter Bernstein aussieht, riecht und sich verhält, ist auf der sicheren Seite.
Warum Bernstein so oft gefälscht wird
Bernstein ist weich, leicht zu bearbeiten und optisch gut imitierbar – das macht ihn zur idealen Zielscheibe für Fälscher. Die häufigsten Imitate sind Kunstharz (Bakelit, Epoxid), Kopal (junges, nicht vollständig fossilisiertes Harz) und Glas. Besonders bei Bernstein mit Insekteneinschlüssen ist Vorsicht geboten: Eingeschlossene Tiere lassen sich in Kunstharz injizieren oder einbetten – das Ergebnis sieht auf den ersten Blick täuschend echt aus.
Echtheitsprüfungen im Überblick
- Salzwassertest: Echter Bernstein schwimmt in gesättigter Salzlösung (ca. 8 EL Salz auf 1 Liter Wasser) – Kunstharz und Glas sinken. Einfach, zuverlässig, zerstörungsfrei.
- Geruchstest: Echter Bernstein riecht beim Reiben leicht harzig-warm. Kunstharz riecht oft chemisch oder gar nicht. Kopal riecht ähnlich wie Bernstein, ist aber klebriger.
- UV-Licht: Echter Bernstein fluoresziert unter UV meist bläulich-weiß bis grün. Kunstharz zeigt oft keine oder eine andersartige Fluoreszenz.
- Nadeltest: Eine heiße Nadel an einer unauffälligen Stelle: Echter Bernstein riecht harzig und bricht; Kunstharz schmilzt und zieht Fäden. Nur für Stücke ohne Einschlüsse geeignet.
- Zertifikat: Der sicherste Weg bei Einschluss-Stücken. Alle Bernsteine bei Edelsteine-24 kommen mit Echtheitszertifikat.
Kopal – der häufigste Irrtum
Kopal ist kein Fälschat im engeren Sinne – es ist echtes, natürliches Harz, aber noch nicht vollständig fossilisiert. Kopal ist meist nur wenige hundert bis einige tausend Jahre alt und hat noch nicht die chemische Umwandlung durchlaufen, die echten Bernstein ausmacht. Auch in Kopal können echte Insekten eingeschlossen sein – aber es handelt sich eben nicht um Fossil-Material im eigentlichen Sinne. Der Wert von Kopal liegt deutlich unter dem echten Bernsteins. Die Unterscheidung ist für Laien schwierig; ein Zertifikat schafft Klarheit.
Qualitätskriterien bei Bernstein mit Einschlüssen
| Kriterium | Ideal | Weniger wertvoll |
|---|---|---|
| Klarheit des Bernsteins | Transparent, wenig Trübungen | Stark getrübt, milchig |
| Sichtbarkeit des Einschlusses | Klar sichtbar, gut beleuchtet | Halb verdeckt, schwer erkennbar |
| Erhaltung des Tieres | Vollständig, Details erkennbar | Fragmentarisch, zerfallen |
| Risse & Brüche | Keine oder wenige | Viele Risse um den Einschluss |
| Anzahl Einschlüsse | Mehrere erkennbare Tiere | Nur ein schlecht erhaltenes Tier |
Fazit: Bernstein-Qualität
Salzwassertest, UV-Licht und Geruch sind einfache Echtheitschecks. Bei Einschluss-Bernstein immer auf ein Zertifikat bestehen – die Fälschungsrate ist real. Klares Material, gut sichtbare und vollständig erhaltene Tiere in möglichst großer Zahl sind das Qualitätsideal.