Malachit Lexikon

Malachit Pflege – Säure, Wärme und Schleifstaub

Malachit ist weich, säurelöslich und wärmeempfindlich. Wer diese drei Punkte kennt, hat einen dauerhaft schönen Stein – wer sie übersieht, ruiniert die Politur in Minuten.

Die drei Empfindlichkeiten

Weich: Mit Mohshärte 3,5 bis 4 liegt Malachit unter Fensterglas. Sand und Staub enthalten Quarz mit Härte 7 – jeder Kontakt mattiert die Politur. Säurelöslich: Als Karbonat reagiert er mit Säuren. Zitrone, Essig, Cola und auch saurer Schweiß greifen die Oberfläche an. Wärmeempfindlich: Stärkere Erwärmung kann zu Rissen und Farbveränderungen führen.

Richtig reinigen:
  • Geeignet: lauwarmes Wasser, weiches Tuch, kurz abtrocknen
  • Bei Bedarf: ein Tropfen mildes Spülmittel, danach klar nachspülen
  • Ungeeignet: Ultraschallbad, Dampfreiniger, Schmuckbäder
  • Ungeeignet: alles Saure – auch verdünnt
  • Ungeeignet: Ammoniak, Aceton, Alkohol und Lösungsmittel
  • Aufbewahrung: einzeln im weichen Beutel, nicht zusammen mit härteren Steinen

Im Alltag tragen

Malachit gehört zu den Steinen, die man zuletzt anlegt und zuerst ablegt. Parfüm, Haarspray, Sonnencreme und Handdesinfektionsmittel sollten vollständig eingezogen sein, bevor der Schmuck angelegt wird. Beim Händewaschen einen Ring besser abnehmen: Seife ist unkritisch, aber die Kombination aus Wasser, Reibung und Cremeresten mattiert die Politur über die Zeit. Ein Anhänger, der auf der Kleidung liegt, ist deutlich unproblematischer als ein Ring.

Wenn die Politur stumpf geworden ist

Anders als bei harten Steinen lässt sich matt gewordener Malachit nicht mit Poliertüchern retten – die Mattierung sitzt in der Oberfläche. Ein Goldschmied oder Steinschleifer kann das Stück neu polieren, dabei geht allerdings etwas Material verloren, und bei dünnen Cabochons ist das nicht beliebig oft möglich. Vorbeugen ist deutlich einfacher als reparieren.

Ein Hinweis zum Bearbeiten

Für alle, die selbst schleifen: Malachitstaub ist kupferhaltig und sollte nicht eingeatmet werden. Trockenschliff erzeugt feinen Staub in genau der Korngröße, die in die Lunge gelangt. Malachit wird deshalb grundsätzlich nass geschliffen, mit Absaugung oder unter fließendem Wasser, und die Hände werden nach der Arbeit gewaschen. Für das Tragen eines fertig polierten Schmuckstücks gilt das nicht – die Oberfläche ist gebunden und gibt keinen Staub ab.

Häufige Fragen

Wie reinige ich Malachit richtig?
Mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch, bei Bedarf mit einem Tropfen mildem Spülmittel und klarem Nachspülen. Anschließend abtrocknen.
Darf Malachit ins Ultraschallbad?
Nein. Ultraschall, Dampfreiniger und handelsübliche Schmuckbäder sind für Malachit ungeeignet, ebenso alles Saure sowie Ammoniak, Aceton und Lösungsmittel.
Warum wird Malachit nass geschliffen?
Weil der Schleifstaub kupferhaltig ist und beim Trockenschliff in einer Korngröße entsteht, die eingeatmet werden kann. Für fertig polierte Schmuckstücke gilt das nicht, deren Oberfläche gibt keinen Staub ab.
Kann man einen stumpf gewordenen Malachit wieder aufpolieren?
Ein Steinschleifer oder Goldschmied kann das Stück neu polieren. Dabei geht etwas Material verloren, weshalb das bei dünnen Cabochons nicht beliebig oft möglich ist.
Verwandte Steine: Azurit  ·  Chrysokoll  ·  Türkis

Fazit

Kein Ultraschall, nichts Saures, kein Kontakt mit Sand: Malachit ist pflegebedürftig, aber unkompliziert, wenn man diese drei Regeln einhält.