Manche Rubine tragen einen leuchtenden, sechsstrahligen Stern auf der Oberfläche, der bei Bewegung über den Stein zu gleiten scheint. Dieser Effekt – Asterismus genannt – macht den Sternrubin zu einem der faszinierendsten Steine überhaupt. Hier erfahren Sie, wie er entsteht und was einen guten Sternrubin ausmacht.
Was ist ein Sternrubin?
Ein Sternrubin ist ein Rubin, der bei einfallendem Licht einen sechsstrahligen Stern zeigt. Dieser optische Effekt heißt Asterismus. Anders als beim klaren, facettierten Rubin liegt der Reiz hier nicht in der Transparenz, sondern in diesem wandernden Lichtphänomen – ein Sternrubin ist deshalb meist opak bis schwach transluzent.
Wie entsteht der Stern?
Der Stern entsteht durch feinste, nadelförmige Einschlüsse von Rutil (Titandioxid), die im Inneren des Kristalls eingelagert sind. Diese "Seide" ordnet sich entlang der Kristallachsen in drei Richtungen an, die sich jeweils im Winkel von 60 Grad kreuzen. Trifft Licht auf den Stein, wird es an diesen Nadeln reflektiert und gebündelt – es entstehen drei Lichtbänder, die sich zu einem sechsstrahligen Stern überlagern. Damit der Effekt sichtbar wird, müssen die Nadeln dicht und regelmäßig genug verteilt sein.
Warum ein Cabochon-Schliff nötig ist
Ein Sternrubin wird niemals facettiert, sondern immer als Cabochon geschliffen – also rund gewölbt mit glatter Oberfläche. Nur die gewölbte Form bündelt das an den Nadeln reflektierte Licht so, dass der Stern sichtbar wird und sich beim Drehen des Steins bewegt. Die Höhe und Symmetrie des Cabochons entscheiden mit darüber, wie scharf und mittig der Stern erscheint.
Bewertung – worauf es ankommt
- Schärfe und Vollständigkeit des Sterns: Alle sechs Strahlen sollten gerade, gleich lang und deutlich sichtbar sein
- Zentrierung: Der Stern sollte mittig sitzen und sich beim Bewegen gleichmäßig über die Kuppe bewegen
- Körperfarbe: Ein kräftiges Rot ist wertvoller als ein bräunlicher oder zu dunkler Ton
- Transluzenz: Ein leichtes Durchscheinen wirkt edler als völlige Undurchsichtigkeit, ist aber zweitrangig gegenüber einem klaren Stern
- Herkunft: Klassische Sternrubine stammen u. a. aus Burma und Sri Lanka
Berühmte Sternrubine
Zu den bekanntesten Exemplaren zählen der Rosser Reeves Star Ruby (138,7 ct) mit einem außergewöhnlich klaren Stern und der De Long Star Ruby (100,32 ct) im American Museum of Natural History in New York. Beide zeigen eindrucksvoll, wie scharf und lebendig ein Asterismus sein kann.
Sternrubine und andere undurchsichtige Sammlersteine finden Sie in unserem Shop unter Rubin-Kristalle & Muttergestein. Wie Asterismus mit den Einschlüssen zusammenhängt, die auch die Echtheit verraten, lesen Sie unter Rubin echt erkennen.
Fazit
Der Sternrubin verdankt sein Funkeln winzigen Rutilnadeln und dem richtigen Schliff. Ein guter Sternrubin zeigt einen scharfen, zentrierten, sechsstrahligen Stern auf kräftig rotem Grund. Was beim klaren Rubin als Einschluss den Wert mindert, macht hier den ganzen Zauber aus.