Labradorit in Schmuck ist eine Aufgabe für Goldschmiede mit Gespür für das Phänomen. Die Fassung muss Licht an den Stein lassen – von oben, von der Seite, von unten – damit die Labradoreszenz ihre volle Wirkung entfalten kann.
Fassungen: Licht ist alles
Die Labradoreszenz braucht Licht. Fassungen, die den Stein von unten oder von der Seite abdecken, können das Phänomen dämpfen. Am besten geeignet sind:
- Für Rosenschliff-Steine: Offene Krappenfassungen oder Galerie-Fassungen, die Licht von unten einlassen. Die flache Unterseite des Rosenschliffs bietet ohnehin eine gute Lichteintrittsfläche.
- Für Cabochons: Zargenfassungen (Bezel-Settings) sind die klassische Wahl – sie schützen den Rand des Steins und passen zu seinem runden, weichen Charakter. Halboffene Zargen lassen seitliches Licht zu.
- Für beide: Fassungen aus dunklem, oxidiertem Silber oder Bronze setzen einen Kontrast, der die Labradoreszenz besonders leuchten lässt.
Welche Metalle passen zu Labradorit?
- Sterlingsilber (oxidiert): Die beste Kombination – das dunkle Silber kontrastiert mit dem grau-dunklen Grundton des Steins und lässt die Labradoreszenz optimal leuchten
- Sterlingsilber (poliert): Modern und klar; unterstreicht blaue und violette Labradoreszenz-Töne
- Weißgold: Edel und zurückhaltend; lässt das Phänomen im Mittelpunkt
- Gelbgold: Warm und kontrastreich; harmoniert besonders mit goldener und grüner Labradoreszenz
- Kupfer / Bronze: Handwerklich, warm, erdverbunden – passt gut zum mystischen Charakter des Steins
Eignung für verschiedene Schmuckformen
| Schmuckform | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Anhänger | Ideal | Bewegung verstärkt das Lichtspiel – jeder Schritt verändert die Farbe |
| Ohrhänger / Ohrstecker | Ideal | Leichte Bewegung macht das Phänomen lebendig |
| Ring | Gut mit Schutz | Mohshärte 6–6,5: robuste Fassung empfohlen; gelegentlich polieren lassen |
| Brosche | Sehr gut | Größere Stücke als Brosche besonders wirkungsvoll |
| Armband | Gut | Schützende Fassung; mechanische Belastung beachten |
Labradorit-Schmuck richtig pflegen
- Reinigung: Lauwarmes Wasser, milde Seife, weiche Bürste – kein Ultraschall (kann die Schichtstruktur beeinflussen)
- Aufbewahrung: Getrennt von Quarz und anderen härteren Steinen – diese können Labradorit verkratzen
- Politur: Wenn die Oberfläche matt wird, vom Goldschmied nachpolieren lassen – das stellt die Labradoreszenz vollständig wieder her
- Chemikalien: Keine aggressiven Reiniger; Parfüm vor dem Anlegen auftragen
Fazit: Labradorit Schmuck
Offene Fassungen, die Licht einlassen – das ist die Grundregel. Oxidiertes Silber ist die natürlichste Wahl. Anhänger und Ohrhänger zeigen das Phänomen am dynamischsten. Kein Ultraschall; bei matter Oberfläche nachpolieren lassen.