Meteorit Lexikon · Bekannte Meteorite & Fundorte

Bekannte Meteorite & Fundorte – von Campo del Cielo bis Pallasit

Im Meteoritenhandel taucht eine überschaubare Zahl von Fundorten immer wieder auf – jeder mit eigenem Charakter, eigener Geschichte und eigenem Erscheinungsbild. Wer einen Meteorit kaufen möchte, trifft fast zwangsläufig auf diese Namen. Diese Seite stellt die bekanntesten Sorten vor und ordnet ein, wofür sie stehen.

Campo del Cielo – der Klassiker aus Argentinien

Der Campo del Cielo ist der wohl meistverkaufte Eisenmeteorit überhaupt und für viele Sammler das erste Stück Weltall. Vor etwa 4.000–5.000 Jahren schlug er in der argentinischen Provinz Chaco ein und hinterließ das größte bekannte Meteoriten-Streufeld der Erde. Als IAB-Eisenmeteorit zeigt er nach dem Anschliff und Ätzen das charakteristische Widmanstätten-Muster. Günstig, gut verfügbar und legal handelbar – deshalb der ideale Einstieg.

Sikhote-Alin – der beobachtete Fall von 1947

Der Sikhote-Alin fiel am 12. Februar 1947 im Osten Russlands – einer der größten beobachteten Meteoritenfälle der Geschichte. Charakteristisch sind die Regmaglypten: muldenartige Vertiefungen, die wie Daumenabdrücke wirken und beim Flug durch die Atmosphäre entstanden. Frische, unverwitterte Exemplare mit scharfen Kanten und glänzender Oberfläche sind bei Sammlern besonders begehrt.

Gibeon – das feinste Muster aus Namibia

Der Gibeon aus Namibia ist ein feiner Oktaedrit und berühmt für sein außergewöhnlich klares, feines Widmanstätten-Muster. Wegen seiner Stabilität und Schönheit wird er häufig zu Schmuck und Uhrenzifferblättern verarbeitet. Da Namibia die Ausfuhr inzwischen stark einschränkt, stammt das gehandelte Material meist aus älteren Beständen.

Muonionalusta – Eisen aus Schweden

Der Muonionalusta aus Nordschweden ist mit über einer Million Jahren einer der ältesten bekannten Meteoritenfälle. Auch er zeigt ein feines Widmanstätten-Muster und ist sehr stabil gegen Rost – deshalb beliebt für Ringe und Anhänger. Stabilisiertes Material gilt als gut tragbar.

Seymchan – Eisen mit Olivin-Überraschung

Der Seymchan aus Russland ist ein Sonderfall: Teile sind reines Eisen, andere enthalten eingelagerte Olivin-Kristalle und gehören damit zu den Pallasiten. Geschnittene und polierte Scheiben mit durchscheinenden Olivinen sind optisch spektakulär und entsprechend gefragt.

Nantan – der günstige Eisenmeteorit aus China

Der Nantan fiel 1516 in der chinesischen Provinz Guangxi und ist ein preiswerter Eisenmeteorit, der häufig als Einsteigerstück angeboten wird. Er neigt allerdings stärker zur Rostbildung als Gibeon oder Muonionalusta und braucht entsprechende Pflege.

NWA – die große Sammelgruppe aus der Sahara

NWA steht für Northwest Africa und ist keine einzelne Sorte, sondern eine riesige Sammelbezeichnung für Meteorite, die von Nomaden in der Sahara gefunden und über Marokko gehandelt werden. Die meisten sind Steinmeteorite (Chondrite) und tragen eine Nummer (z.B. NWA 869), wenn sie klassifiziert wurden. Unklassifizierte NWA-Steine sind günstig, klassifizierte mit Mond- oder Marsbezug dagegen sehr teuer.

Pallasit – der schönste Meteorit

Der Pallasit ist kein Fundort, sondern eine Klasse der Stein-Eisen-Meteorite – und gilt vielen als der schönste Meteorit überhaupt. In einer Matrix aus Eisen-Nickel sitzen goldgrüne Olivin-Kristalle, die in dünnen, polierten Scheiben durchscheinen wie Buntglas. Bekannte Pallasit-Fundorte sind Seymchan (Russland), Sericho (Kenia) und Esquel (Argentinien). Pallasite gehören zu den hochpreisigsten Sammlerstücken.

Die Sorten im Vergleich

MeteoritTypFundortBesonderheit
Campo del CieloEisen (IAB)ArgentinienKlassiker, günstig, Widmanstätten
Sikhote-AlinEisenRussland 1947Regmaglypten, beobachteter Fall
GibeonEisen (Oktaedrit)NamibiaFeinstes Muster, Schmuck
MuonionalustaEisenSchwedenSehr alt, rostarm, Ringe
SeymchanEisen / PallasitRusslandTeils mit Olivin
NantanEisenChina 1516Günstig, rostanfällig
NWA (Sammelname)meist Stein/ChondritSaharaRiesige Gruppe, nummeriert
PallasitStein-Eisendiv. (Seymchan, Sericho…)Olivin-Kristalle, hochpreisig
Hinweis zum Sortiment:

Im Shop von Edelsteine-24 erhalten Sie aktuell den Campo del Cielo als Rohstück und als Anhänger – einen der bestdokumentierten und schönsten Eisenmeteorite mit Echtheitszertifikat.

Häufige Fragen

Welcher Meteorit eignet sich für Einsteiger?
Der Campo del Cielo aus Argentinien ist der klassische Einsteiger-Meteorit: ein echter Eisenmeteorit mit Widmanstätten-Muster, gut verfügbar, legal handelbar und preislich attraktiv. Auch Nantan ist günstig, neigt aber stärker zum Rosten.
Welcher Meteorit ist der schönste?
Als optisch schönster Meteorit gilt der Pallasit: ein Stein-Eisen-Meteorit, bei dem goldgrüne Olivin-Kristalle in einer Eisen-Nickel-Matrix sitzen. In dünnen, polierten Scheiben scheinen die Kristalle durch wie Buntglas.
Was bedeutet NWA bei Meteoriten?
NWA steht für Northwest Africa und ist eine Sammelbezeichnung für Meteorite, die in der Sahara gefunden und über Nordwestafrika gehandelt werden. Klassifizierte Stücke tragen eine Nummer wie NWA 869. Die meisten NWA-Meteorite sind Steinmeteorite.
Welcher Meteorit eignet sich für Schmuck?
Für Schmuck eignen sich vor allem rostarme Eisenmeteorite mit feinem Widmanstätten-Muster wie Gibeon und Muonionalusta. Sie sind stabil, zeigen ein attraktives Muster und werden für Ringe, Anhänger und sogar Zifferblätter verwendet.
Sind alle diese Meteorite echt und legal handelbar?
Die hier genannten Sorten sind etablierte, klassifizierte Meteorite und werden seit Jahren legal gehandelt. Wichtig sind ein Echtheitszertifikat und ein seriöser Anbieter, da auch Fälschungen und falsch deklarierte Stücke im Umlauf sind.