Was ist ein Meteorit wert? Die Spanne ist enorm – vom günstigen Campo-del-Cielo-Bruchstück bis zum Mondmeteorit, der pro Gramm mehr kostet als Gold. Diese Seite erklärt die Faktoren, die den Wert eines Meteoriten bestimmen, und worauf es beim Einschätzen ankommt.
Wovon hängt der Wert eines Meteoriten ab?
Der Preis eines Meteoriten ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Anders als bei Edelsteinen gibt es keine feste Karat-Tabelle – stattdessen zählen Typ, Seltenheit, Erhaltung und Geschichte des Stücks. Die wichtigsten Wertfaktoren im Überblick:
Typ und Klassifizierung
Der mit Abstand größte Faktor. Gewöhnliche Chondrite (Steinmeteorite) sind am häufigsten und am günstigsten. Eisenmeteorite wie Campo del Cielo liegen im mittleren Bereich. Pallasite mit Olivin und vor allem Mond- und Marsmeteorite sind extrem selten und erzielen Spitzenpreise – Mondmeteorite können pro Gramm ein Vielfaches von Gold kosten. Eine offizielle Klassifizierung steigert den Wert deutlich.
Gewicht
Der Preis wird meist pro Gramm angegeben. Dabei gilt nicht einfach „schwerer = teurer pro Gramm": Bei häufigen Sorten sinkt der Grammpreis mit der Größe, bei seltenen Typen können große, intakte Stücke überproportional teuer sein, weil sie kaum verfügbar sind.
Schmelzkruste und Erhaltung
Frisch gefallene Meteorite mit intakter, glänzender Schmelzkruste sind wertvoller als stark verwitterte Stücke. Der Verwitterungsgrad (bei Wüstenfunden oft hoch) und der Schockgrad fließen in die Bewertung ein. Vollständige, formschöne Individuen mit Schmelzkruste liegen über bloßen Bruchstücken.
Bearbeitung: Scheiben, Endcuts und Muster
Manche Eigenschaften werden erst durch Bearbeitung sichtbar und honoriert: Ein angeschliffener und geätzter Eisenmeteorit zeigt das Widmanstätten-Muster, eine geschnittene Pallasit-Scheibe offenbart die durchscheinenden Olivine. Endstücke („Endcuts") und ausdrucksvolle Scheiben sind bei Sammlern besonders beliebt.
Herkunft, Geschichte und Seltenheit
Ein beobachteter Fall (wie Sikhote-Alin 1947), eine berühmte Lokalität oder eine lückenlose Fundgeschichte steigern den Wert. Je seltener ein Meteoritentyp und je kleiner die insgesamt bekannte Masse, desto höher der Preis – Mondmeteorite etwa existieren weltweit nur in einer Gesamtmasse von wenigen Dutzend Kilogramm.
Die Wertfaktoren im Überblick
| Faktor | Einfluss auf den Preis |
|---|---|
| Typ / Klassifizierung | Größter Faktor: Chondrit günstig, Eisen mittel, Pallasit/Mond/Mars sehr teuer |
| Gewicht | Preis meist pro Gramm; bei seltenen Typen große Stücke überproportional |
| Schmelzkruste / Erhaltung | Frisch & intakt wertvoller als verwittert |
| Bearbeitung | Geätzte Eisen, polierte Pallasit-Scheiben, Endcuts im Plus |
| Geschichte / Seltenheit | Beobachteter Fall, berühmte Lokalität, geringe Gesamtmasse |
| Zertifikat | Klassifizierung und Echtheitsnachweis steigern den Wert |
Eine seriöse Einschätzung setzt eine Klassifizierung voraus – also die Bestimmung des Typs durch Fachleute. Ohne Klassifizierung lässt sich nur grob einordnen. Wichtig: Viele vermeintliche Meteorite sind in Wahrheit irdische Gesteine oder Industrieschlacke („Meteorwrongs"). Magnetismus allein beweist keinen Meteoriten.