Bevor ein Diamant funkelt, liegt ein langer Weg hinter ihm – von tief unter der Erde bis an die Oberfläche. Der Abbau erfolgt je nach Lagerstätte auf sehr unterschiedliche Weise.
Wo Diamanten liegen
Diamanten entstehen tief im Erdmantel und werden durch vulkanische Schlote – sogenannte Kimberlit- und Lamproit-Pipes – an die Oberfläche transportiert. Mehr dazu auf der Seite Entstehung & Geologie. Diese Pipes bilden die primären Lagerstätten. Durch Verwitterung und Flüsse gelangen Diamanten über Jahrmillionen aber auch in sekundäre Lagerstätten – Flussbetten, Küsten und den Meeresboden.
Die vier Abbaumethoden
| Methode | Wie | Wo typisch |
|---|---|---|
| Tagebau | Große offene Gruben, Abtragung Schicht für Schicht | Botswana, Russland, Kanada |
| Untertagebau | Tiefe Stollen und Schächte, wenn der Tagebau zu tief wird | Südafrika (Cullinan, Finsch) |
| Alluvial | Auswaschung aus Fluss- und Küstensedimenten | Angola, Westafrika |
| Marin | Förderung vom Meeresboden mit Spezialschiffen | Namibia (Atlantikküste) |
Der weitaus häufigste Weg ist der Tagebau, weil viele Lagerstätten oberflächennah liegen. Erst wenn eine Grube zu tief wird, wechselt man in den kostspieligeren Untertagebau.
Vom Erz zum Rohdiamanten
Das diamanthaltige Gestein wird zerkleinert und in mehreren Stufen aufbereitet. Moderne Anlagen nutzen die physikalischen Eigenschaften der Diamanten – etwa ihr Verhalten unter Röntgenlicht oder ihre Dichte –, um sie vom tauben Gestein zu trennen. Aus vielen Tonnen Gestein wird oft nur ein Bruchteil eines Karats gewonnen, was die Seltenheit erklärt. Nur ein kleiner Teil der geförderten Diamanten erreicht Schmuckqualität; der Rest geht in die Industrie.
Die größten Diamantminen der Welt
- Jwaneng (Botswana) – gilt als eine der wertvollsten Minen der Welt, betrieben von Debswana, einem 50:50-Joint-Venture von De Beers und dem Staat Botswana.
- Orapa (Botswana) – eine der größten Tagebauminen, seit 1971 in Betrieb.
- Mir, Udachny, Aikhal, Nyurba (Russland) – die sibirischen Minen des Konzerns Alrosa; die Mir-Pipe ist als riesiger Krater weltbekannt.
- Argyle (Australien) – berühmt für seltene pinke Diamanten, 2020 geschlossen.
- Diavik und Ekati (Kanada) – moderne Tagebauminen in der arktischen Tundra.
Fazit
Ob Tagebau in der Kalahari, Untertagebau in Südafrika oder Förderung vom Meeresboden vor Namibia – der Weg des Diamanten beginnt mit enormem Aufwand. Diese Seltenheit ist ein Grund für den bleibenden Wert. Wie der Rohstein danach in den Handel gelangt, erklärt die Seite Diamanthandel.