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Diamant Lexikon · Synthetische Diamanten

Synthetische Diamanten – Labor und Natur im Vergleich

Diamant

Synthetische Diamanten sind echte Diamanten – chemisch, physikalisch und optisch identisch mit natürlichen Steinen. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Entstehung: Milliarden Jahre Erdmantel auf der einen Seite, Wochen im Labor auf der anderen.

Was sind synthetische Diamanten?

Synthetische Diamanten (auch Labordiamanten, Lab-Grown Diamonds) werden im Labor aus reinem Kohlenstoff in Diamantstruktur hergestellt. Sie sind keine Simulanten wie Zirkonia oder Moissanit – sie bestehen aus demselben Material wie natürliche Steine.

Die Herstellungsverfahren

HPHT (High Pressure High Temperature) simuliert die natürlichen Entstehungsbedingungen: Ein Kohlenstoff-Rohling wird unter extremem Druck (5–6 GPa) und hoher Temperatur (1.300–1.600 °C) zum Wachsen gebracht. CVD (Chemical Vapor Deposition) scheidet Kohlenstoff aus einer Gasphase auf einem Diamant-Substrat ab – dieses neuere Verfahren ermöglicht reinere, farbneutralere Steine und dominiert heute den Markt.

Sind synthetische Diamanten „echte" Diamanten?

Ja – chemisch und physikalisch sind sie identisch mit natürlichen Diamanten. Die GIA zertifiziert sie, gibt aber auf dem Zertifikat „Laboratory-Grown" an. Selbst erfahrene Gemmologen können ohne spezifische Prüfgeräte nicht sicher zwischen natürlichen und synthetischen Steinen unterscheiden.

Preisunterschied: wie groß?

Labordiamanten kosten aktuell 50–80 % weniger als natürliche Steine vergleichbarer Qualität. Dieser Abstand wird voraussichtlich weiter wachsen, da die Produktionskapazitäten global stark steigen.

Für wen sind Labordiamanten sinnvoll?

Ideal für alle, für die der natürliche Ursprung kein entscheidendes Kriterium ist und die dasselbe optische Ergebnis zu deutlich niedrigerem Budget suchen. Für die Wertanlage eignen sich natürliche Steine besser.

Häufige Fragen

Sind synthetische Diamanten echte Diamanten?
Ja. Synthetische Diamanten bestehen aus reinem Kohlenstoff und sind chemisch, physikalisch und optisch mit natürlichen Diamanten identisch – beide erreichen Mohs 10. Die US-Handelsbehörde FTC bestätigte 2018, dass es sich um echte Diamanten handelt. Der einzige Unterschied ist die Entstehung: Labor statt Erdmantel.
Was ist der Unterschied zwischen CVD und HPHT?
HPHT (High Pressure High Temperature) ahmt mit hohem Druck und Temperatur die natürlichen Bedingungen im Erdmantel nach und erzeugt Steine in wenigen Tagen. CVD (Chemical Vapor Deposition) lässt Kohlenstoff aus einem Gasgemisch über Wochen Schicht für Schicht wachsen und liefert besonders reine, große farblose Steine vom Typ IIa.
Wie viel günstiger sind Labordiamanten?
Laborgezüchtete Diamanten kosten je nach Größe und Qualität deutlich weniger als natürliche – der Abstand ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Grund sind die unbegrenzte Herstellbarkeit und sinkende Produktionskosten. Der Werterhalt ist entsprechend schwächer als bei natürlichen Diamanten.
Kann man synthetische von natürlichen Diamanten unterscheiden?
Mit bloßem Auge nicht. Die Unterscheidung gelingt nur im gemmologischen Labor über spezielle Analysegeräte, die Wachstumsmuster und Spurenelemente erkennen. Zertifizierte Labordiamanten tragen zudem meist eine Laserinschrift auf der Rundiste.

Fazit

Synthetische Diamanten sind keine Fakes, sondern eine bewusste Alternative. Wer das gleiche Funkeln, dieselbe Qualität und ein zertifiziertes Produkt zu deutlich kleinerem Preis sucht, findet in Labordiamanten eine ehrliche und legitime Wahl.