Diamant Lexikon · Herkunftsländer

Woher kommen Diamanten?

Diamanten werden nur in wenigen Regionen der Erde in wirtschaftlich nennenswerter Menge gefördert. Jedes Förderland hat dabei sein eigenes Profil – von Massenware bis zu seltenen Farbdiamanten.

Die wichtigsten Förderländer

LandBesonderheit
BotswanaWertmäßig führend; viele große, hochwertige Steine. Minen Jwaneng und Orapa.
RusslandGrößter Produzent nach Volumen (Alrosa); sibirische Minen in Jakutien.
KanadaModerne, streng regulierte Minen (Diavik, Ekati); gilt als besonders transparente Herkunft.
AngolaBedeutende alluviale und Kimberlit-Vorkommen.
NamibiaHochwertige Steine vom Meeresboden (marine Förderung an der Atlantikküste).
SüdafrikaHistorisches Ursprungsland des modernen Diamantbergbaus; Cullinan-Mine.

Botswana und Russland an der Spitze

Beim Fördervolumen liegt Russland vorn, betrieben vom staatsnahen Konzern Alrosa. Beim Wert der Produktion führt hingegen Botswana, weil dort überdurchschnittlich viele große und reine Steine gefördert werden. Botswana gilt zudem als Beispiel dafür, wie Diamanteneinnahmen über das Staatsunternehmen Debswana in die Entwicklung eines Landes fließen können.

Kanada als transparente Herkunft

Die kanadischen Minen entstanden erst in den 1990er-Jahren, unterliegen aber strengen Umwelt- und Sozialstandards. „Kanadische Diamanten" werden deshalb oft als besonders nachvollziehbare Herkunft beworben – ein Verkaufsargument in Zeiten wachsenden Interesses an konfliktfreier Herkunft.

Das historische Südafrika

Der moderne Diamantbergbau begann im 19. Jahrhundert in Südafrika, rund um die Stadt Kimberley – daher auch der Name des heutigen Kimberley-Prozesses. Aus der dortigen Mine stammt der berühmte Cullinan, der größte jemals gefundene Rohdiamant.

Historischer Sonderfall Indien: Bis ins 18. Jahrhundert war Indien praktisch die einzige Diamantquelle der Welt. Von dort stammen legendäre Steine wie der Koh-i-Noor. Erst die Funde in Brasilien und später Südafrika verlagerten die Förderung.

Fazit

Botswana, Russland, Kanada, Angola, Namibia und Südafrika decken den Großteil der Weltförderung ab – jedes Land mit eigenem Charakter. Für Käufer wird die Herkunft zunehmend wichtiger, sowohl aus ethischen Gründen als auch für die Nachvollziehbarkeit. Wie die Steine von dort in den Handel kommen, zeigt die Seite Diamanthandel.