„Konfliktfrei" ist beim Diamantkauf zu einem zentralen Kriterium geworden. Doch was genau bedeutet der Begriff, wie wird er kontrolliert – und wo stößt das wichtigste Kontrollsystem an seine Grenzen?
Was sind Konfliktdiamanten?
Als Konflikt- oder Blutdiamanten bezeichnet man Rohdiamanten, mit deren Erlös Rebellenbewegungen bewaffnete Konflikte gegen legitime Regierungen finanzieren. Bekannt wurde das Thema durch die Bürgerkriege in Sierra Leone, Angola und der Demokratischen Republik Kongo in den 1990er-Jahren – und durch den Film „Blood Diamond".
Der Kimberley-Prozess
Als Antwort darauf entstand der Kimberley-Prozess (KPCS), gegründet 2003 auf Grundlage eines UN-Mandats. Teilnehmende Länder verpflichten sich, jede Lieferung von Rohdiamanten mit einem Zertifikat als „konfliktfrei" zu bescheinigen und nicht mit Nicht-Mitgliedern zu handeln. Heute umfasst der Prozess rund 60 Teilnehmer, die 86 Länder vertreten und über 99 Prozent der weltweiten Rohdiamantenproduktion abdecken.
Wo der Kimberley-Prozess an Grenzen stößt
Der Prozess wird auch kritisiert. Sein Kernproblem ist die enge Definition: Er erfasst nur Diamanten, die Rebellengruppen finanzieren – nicht aber staatliche Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit, unsichere Arbeitsbedingungen oder Umweltschäden. Ein Stein kann also „konfliktfrei" nach Kimberley sein und trotzdem unter problematischen Bedingungen gefördert worden sein.
- Die Nichtregierungsorganisation Global Witness, einst Mitbegründerin, verließ den Prozess 2011 aus Protest über mangelnde Wirksamkeit.
- Entscheidungen erfordern Konsens aller Mitgliedsstaaten – das erschwert Reformen erheblich.
- Beim KP-Plenum in Dubai im November 2025 scheiterte eine Erweiterung der Konfliktdiamanten-Definition zum dritten Jahr in Folge am fehlenden Konsens.
Sanktionen und aktuelle Entwicklungen
Unabhängig vom Kimberley-Prozess haben die G7-Staaten und die EU seit 2022 Sanktionen gegen russische Diamanten verhängt. Das hat den Rohdiamantenhandel spürbar verändert und den weltgrößten Handelsplatz Antwerpen getroffen. Für Verbraucher wird die lückenlose Rückverfolgbarkeit dadurch wichtiger – und neue Technologien wie Blockchain-Nachweise gewinnen an Bedeutung.
Die Alternative: synthetische Diamanten
Wer jedes Konfliktrisiko ausschließen möchte, findet in synthetischen Diamanten eine Option: Im Labor gezüchtete Steine sind naturgemäß frei von Herkunftskonflikten, chemisch aber identisch mit natürlichen Diamanten.
Worauf Sie beim Kauf achten können
- Kaufen Sie bei Anbietern, die ihre Bezugsquellen kennen – idealerweise direkte Importeure.
- Achten Sie bei Rohdiamanten auf die Kimberley-Zertifizierung.
- Lassen Sie sich die Herkunft transparent erklären, statt sich mit pauschalen „konfliktfrei"-Siegeln zufrieden zu geben.
Fazit
Der Kimberley-Prozess hat den Handel mit Blutdiamanten deutlich eingedämmt, deckt aber nur Rohdiamanten und nur einen Teil der ethischen Fragen ab. Verantwortungsvolle Herkunft entsteht dort, wo ein Händler seine Lieferkette kennt. Als direkter Importeur beziehen wir bei Edelsteine-24 ausschließlich Ware mit einwandfreier Herkunft.