Peridot Lexikon

Peridot Edelstein – Eigenschaften, Farbe und Herkunft

Der Peridot ist einer der wenigen Edelsteine, die in nur einer Farbe vorkommen – und diese Farbe ist unverwechselbar: ein warmes, goldenes Olivgrün, das kein anderer Stein in dieser Form erzeugt. Seit 3.500 Jahren begleitet er die Menschen – und stammt teilweise sogar aus dem Weltall.

Was ist ein Peridot?

Peridot ist die Edelsteinvariante des Minerals Olivin (Magnesium-Eisen-Silikat, (Mg,Fe)₂[SiO₄]). Das Magnesium-reiche Endglied heißt Forsterit, das Eisen-reiche Fayalit. Je höher der Eisenanteil, desto intensiver und dunkler das Grün. Peridot entsteht tief im Erdmantel unter extremem Druck und wird durch vulkanische Aktivität an die Oberfläche gebracht – er ist damit einer der wenigen Edelsteine, der nicht in der Erdkruste, sondern im Erdmantel gebildet wird.

Peridot, Olivin oder Chrysolith?

Rund um den Peridot-Stein kursieren mehrere Namen, die oft verwechselt werden. Olivin ist der mineralogische Oberbegriff – ein gesteinsbildendes Mineral, das in faustgroßen Brocken vorkommt. Peridot bezeichnet nur die klaren, edelsteinfähigen Kristalle, bei denen sich das Schleifen lohnt. Chrysolith schließlich ist eine veraltete Bezeichnung, die früher für Peridot, aber auch für andere goldgrüne Steine verwendet wurde – heute gilt sie als überholt. Wer einen „Peridot Stein" kauft, erhält also die hochreine, schleifwürdige Varietät des Olivins.

Mineralische Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineralklasse: Olivin – Magnesium-Eisen-Silikat (Mg,Fe)₂[SiO₄]
  • Mohs-Härte: 6,5–7 – für Schmuck geeignet, aber sorgfältig tragen
  • Farbe: Olivgrün, Gelbgrün, Flaschengrün – immer grün, nie anders
  • Glanz: Glasglanz bis leicht fettig
  • Kristallsystem: orthorhombisch
  • Dichte: 3,27–3,37 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,654–1,690
  • Besonderheit: Kommt auch in Meteoriten vor – kosmischer Ursprung nachgewiesen

Die einzigartige Farbe des Peridots

Peridot kommt ausschließlich in Grüntönen vor – das ist mineralogisch bedingt und kann durch keine Behandlung verändert werden. Die Farbe wird allein durch den Eisengehalt bestimmt: Wenig Eisen ergibt ein helles, gelbliches Grün, mehr Eisen ein intensiveres, satteres Olivgrün. Das charakteristische „Goldgrün" des Peridots mit seinem leicht gelblichen Schimmer ist einmalig und sofort erkennbar.

Hellgelbgrün
Goldgrün – Ideal
Olivgrün
Flaschengrün

Die starke Doppelbrechung des Peridots

Ein gemmologisches Erkennungszeichen des Peridots ist seine ungewöhnlich starke Doppelbrechung: Licht wird im Kristall in zwei Strahlen aufgespalten. Bei größeren Steinen erscheinen die hinteren Facettenkanten dadurch sichtbar doppelt – ein Effekt, der mit bloßem Auge erkennbar ist und gleichzeitig als zuverlässiges Echtheitsmerkmal dient, da Glas und einfachbrechende Imitationen ihn nicht zeigen. Mehr dazu auf der Seite Peridot Eigenschaften & Doppelbrechung.

Peridot aus dem Weltall

Eine der faszinierendsten Eigenschaften des Peridots: Er kommt nicht nur auf der Erde vor. Pallasit-Meteoriten – eine seltene Art von Steineisenmeteorit – enthalten Olivin-Kristalle, die gemmologisch als Peridot eingestuft werden. Diese extraterrestrischen Peridote entstanden im frühen Sonnensystem vor über 4,5 Milliarden Jahren und sind für Sammler außergewöhnlich begehrte Raritäten.

Herkunft – von Vulkaninseln bis zum Erdmantel

Pakistan (Kaschmir)
Supat Valley, Kohistan – beste Qualitäten weltweit. Intensives Olivgrün, gute Klarheit, große Steine möglich.
Weltklasse
Ägypten (Zabargad)
Historische Insel im Roten Meer – 3.500 Jahre Abbaugeschichte, heute kaum noch aktiv. Museumsqualitäten.
Historisch
USA (Arizona)
San Carlos Reservation – größter Peridot-Produzent der Welt nach Menge. Oft kleinere Steine, gute Farbe.
Bedeutend
Myanmar (Burma)
Mogok – intensive, dunkle Grüntöne, sehr gute Qualitäten, selten auf dem Markt.
Selten
China (Hebei)
Wichtige Handelsquelle für mittlere Qualitäten, breite Verfügbarkeit, fairer Preis.
Gut verfügbar
Norwegen / Australien
Kleinere Vorkommen mit regionalem Charakter – Sammlerstücke.
Ergänzend

Pflege: empfindlicher als gedacht

Mit einer Mohshärte von 6,5–7 ist Peridot mittelhart, aber druck- und säureempfindlich und verträgt starke Temperaturschwankungen schlecht. Reinigen Sie ihn nur mit lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel, niemals im Ultraschallbad. So bleibt das grüne Feuer dauerhaft erhalten. Details auf der Seite Peridot Schmuck & Pflege.

Was kostet ein Peridot?

Peridot zählt zu den zugänglicheren grünen Edelsteinen. Den Wert bestimmen vor allem Farbe, Reinheit, Größe und Herkunft: Ein intensives, reines Olivgrün aus dem Supat Valley in Pakistan erzielt die höchsten Preise, während Material aus Arizona oder China günstiger ist. Im Vergleich zu Smaragd oder Tsavorit ist Peridot deutlich erschwinglicher. Eine ausführliche Einordnung gibt die Seite Peridot Preis.

Alle Themen im Überblick

Häufige Fragen

Was ist Peridot?
Peridot ist die edelsteinfähige, reine Varietät des Minerals Olivin (Mohshärte 6,5–7). Er gehört zu den wenigen Edelsteinen, die nur in einer Farbe vorkommen: in verschiedenen Grüntönen von Gelbgrün bis Olivgrün.
Was ist der Unterschied zwischen Peridot, Olivin und Chrysolith?
Olivin ist der mineralogische Oberbegriff, Peridot die klare, edelsteinfähige Varietät davon. Chrysolith ist eine veraltete Bezeichnung, die früher für Peridot und andere goldgrüne Steine verwendet wurde und heute als überholt gilt.
Warum gibt es Peridot nur in Grün?
Die Farbe entsteht durch den Eisengehalt im Olivin-Gitter und ist idiochromatisch – also durch das Mineral selbst bedingt. Da Eisen immer vorhanden ist, gibt es keinen farblosen Peridot und keine andere Grundfarbe.
Wie erkennt man einen echten Peridot?
Ein zuverlässiges Merkmal ist die starke Doppelbrechung: Bei größeren Steinen erscheinen die hinteren Facettenkanten sichtbar doppelt. Glas und einfachbrechende Imitationen zeigen diesen Effekt nicht.
Welcher Peridot ist der beste?
Als Referenzqualität gilt intensives, reines Olivgrün ohne bräunlichen oder zu gelben Stich. Die feinsten Steine stammen meist aus dem Supat Valley in Pakistan; auch Myanmar liefert seltene, dunkelgrüne Spitzenqualitäten.
Kommt Peridot aus dem Weltall?
Ja – Olivin, der Grundstoff des Peridots, wurde in Pallasit-Meteoriten, auf dem Mars und sogar im Staub des Kometen Wild 2 nachgewiesen. Geschliffene Peridote aus Meteoriten sind seltene Sammlerraritäten.
Wird Peridot behandelt?
Nein. Peridot gehört zu den wenigen Edelsteinen, die praktisch nie behandelt werden – kein Erhitzen, kein Ölen, keine Füllung. Seine Farbe ist immer natürlich.
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Fazit

Der Peridot ist ein Edelstein mit Charakter – unverwechselbar in seiner Farbe, faszinierend in seiner Herkunft und mit einer Geschichte, die 3.500 Jahre zurückreicht. Wer einmal ein intensives Olivgrün mit goldenem Schimmer gesehen hat, erkennt Peridot sofort.