Kaum ein anderer Edelstein kann von sich behaupten, was beim Peridot belegt ist: Er kommt nicht nur auf der Erde vor, sondern auch im Weltall – in Meteoriten, auf dem Mars und sogar im Staub eines Kometen. Diese kosmische Herkunft macht ihn zu einer Besonderheit unter den Edelsteinen.
Peridot in Pallasit-Meteoriten
Die spektakulärste Verbindung zwischen Peridot und Weltall sind die Pallasite – eine seltene Klasse der Stein-Eisen-Meteorite. In einer Matrix aus Eisen-Nickel sitzen darin goldgrüne Olivin-Kristalle, die gemmologisch als Peridot eingestuft werden. Geschnitten und poliert lässt man Licht durch dünne Scheiben fallen, und die Olivine leuchten wie Buntglas. Diese extraterrestrischen Peridote entstanden vor über 4,5 Milliarden Jahren im frühen Sonnensystem – im Kern oder Mantel zerborstener Planetoide.
„Palladot" und „Pallavin" – Peridot vom Asteroidengürtel
Im Handel werden facettierte Peridote aus Pallasit-Meteoriten gelegentlich unter Namen wie „Palladot" oder „Pallavin" angeboten. Sie stammen aus Bruchstücken, deren Olivin klar genug für den Schliff ist – das ist ausgesprochen selten, weshalb solche Steine zu den begehrtesten Raritäten für Sammler zählen. Ihr Ursprung liegt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.
Olivin auf dem Mars
Auch auf unserem Nachbarplaneten ist das Mineral nachgewiesen: Raumsonden haben auf der Marsoberfläche ausgedehnte olivinreiche Regionen kartiert. Der Peridot-Grundstoff Olivin ist im Sonnensystem also weit verbreitet – ein Hinweis darauf, wie grundlegend dieses Mineral bei der Planetenbildung war.
Peridot im Kometenstaub: Mission Stardust
Eine der erstaunlichsten Entdeckungen gelang der NASA-Sonde Stardust: Sie sammelte Staub des Kometen Wild 2 ein und brachte ihn 2006 zur Erde zurück. In den Proben fanden Wissenschaftler Olivin – den Grundstoff des Peridots. Dass dieses Mineral selbst in einem eisigen Kometen steckt, zeigt, wie tief seine Wurzeln in die Frühzeit des Sonnensystems reichen.
Warum kosmische Peridote so selten sind
Extraterrestrische Peridote in Edelsteinqualität sind aus mehreren Gründen Raritäten: Pallasite selbst sind selten, nur ein kleiner Teil des enthaltenen Olivins ist klar und rissfrei genug zum Facettieren, und die Steine bleiben meist sehr klein. Wer einen geschliffenen Pallasit-Peridot besitzt, hält damit ein Stück des frühen Sonnensystems in der Hand. Mehr über die Trägergesteine im Meteorit-Lexikon.