Was den Peridot gemmologisch einzigartig macht, ist nicht nur seine Farbe – es ist seine außergewöhnlich starke Doppelbrechung. Sie ist gleichzeitig sein schönstes optisches Merkmal und ein zuverlässiges Echtheitskennzeichen.
Peridot ist Olivin in Edelsteinqualität
Mineralogisch ist Peridot die edelsteinfähige, reine Varietät des Minerals Olivin, einem Magnesium-Eisen-Silikat mit der Formel (Mg,Fe)₂[SiO₄]. Das magnesiumreiche Endglied heißt Forsterit, das eisenreiche Fayalit. Je höher der Eisenanteil, desto intensiver und dunkler das Grün. Olivin selbst ist ein gesteinsbildendes Mineral und ein Hauptbestandteil des oberen Erdmantels – nur die klaren, schleifwürdigen Kristalle werden als Peridot bezeichnet.
- Mineral: Olivin (Mg,Fe)₂[SiO₄]
- Mohshärte: 6,5–7
- Kristallsystem: orthorhombisch
- Brechungsindex: 1,654–1,690
- Doppelbrechung: 0,035–0,038 (sehr hoch)
- Dichte: 3,27–3,37 g/cm³
- Spaltbarkeit: unvollkommen, muschliger Bruch
- Farbe: idiochromatisch grün (durch Eisen)
Was bedeutet Doppelbrechung?
Tritt Licht in einen Peridot ein, wird es in zwei Strahlen aufgespalten, die den Kristall mit leicht unterschiedlicher Geschwindigkeit und Richtung durchlaufen. Dieses Phänomen heißt Doppelbrechung. Beim Peridot ist sie mit Werten um 0,035 ausgesprochen stark – so stark, dass man die Wirkung bei größeren Steinen mit bloßem Auge erkennen kann: Blickt man durch die Tafel auf die hinteren Facettenkanten, erscheinen diese deutlich doppelt, fast wie ein leichtes Schattenbild.
Doppelbrechung als Echtheitsmerkmal
Genau diese sichtbare Facetten-Verdopplung macht die Doppelbrechung zu einem praktischen Echtheitsmerkmal. Glasimitationen und die meisten synthetischen Diamantersatzsteine wie Zirkonia sind einfachbrechend – sie zeigen keine Kantenverdopplung. Wer in einem grünen Stein die doppelten Facettenkanten sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen echten Peridot vor sich. Je dicker der Stein, desto deutlicher der Effekt.
Warum Peridot oft im Smaragdschliff gefasst wird
Die starke Doppelbrechung beeinflusst auch den Schliff. Erfahrene Schleifer müssen die Facettenwinkel sorgfältig zur optischen Achse ausrichten, damit der Stein nicht „verschwommen" wirkt. Der Smaragdschliff (Treppenschliff) wird besonders gern verwendet: Seine ruhigen, parallelen Facetten bringen die Tiefe und das innere Leuchten des Peridots zur Geltung, ohne dass die Doppelbrechung unruhig wirkt. Zugleich ist dieser Schliff schonend für den Stein.
Empfindlichkeit und Spaltbarkeit
Mit einer Mohshärte von 6,5–7 ist Peridot mittelhart – tragbar, aber empfindlicher als Saphir oder Diamant. Hinzu kommt eine gewisse Druck- und Säureempfindlichkeit; starke Temperaturschwankungen kann er schlecht vertragen. Für den Alltag mit harten Stößen ist er weniger geeignet, für besondere Anlässe dagegen ein ausdrucksstarker Schmuckstein. Mehr dazu auf der Seite Peridot Schmuck.