Perlen Lexikon

Perlenarten – Akoya, Süßwasser, Tahiti und Südsee

Der Handel unterscheidet Perlen nach der Muschelart und dem Gewässer. Vier Typen decken den größten Teil des Marktes ab – und sie unterscheiden sich in Größe, Farbe und Aufbau erheblich.

Akoya

Die klassische weiße Perle, gezüchtet in Pinctada fucata vor allem in Japan und China. Typische Größen liegen bei 6 bis 8 Millimetern, selten über 9. Akoyas sind Kernperlen: Ein runder Nukleus aus Muschelschale wird eingesetzt, die Perlmuttschicht darüber ist meist 0,3 bis 0,5 Millimeter dick. Sie gelten als der Maßstab für Rundheit und scharfen, spiegelnden Lüster. Fast alle Akoyas werden gebleicht, viele leicht nachgetönt.

Süßwasserperlen

Gezüchtet in Flussmuscheln der Gattung Hyriopsis, überwiegend in China. Ihr Besonderheit: Sie werden häufig kernlos erzeugt, nur mit einem Gewebetransplantat. Dadurch besteht die Perle vollständig aus Perlmutt – ein echter Vorteil für die Haltbarkeit. Die Formen sind vielfältiger, perfekt runde Exemplare sind seltener. Die Farbpalette reicht von weiß über rosé und lachs bis lavendel. Süßwasserperlen sind der mengenmäßig größte Teil des Marktes und der preisgünstigste Einstieg.

Die vier Typen im Vergleich:
  • Akoya: Pinctada fucata · 6–8 mm · weiß, creme, rosé · Kernperle · schärfster Lüster
  • Süßwasser: Hyriopsis · 4–12 mm · weiß bis lavendel · oft kernlos · größte Menge
  • Tahiti: Pinctada margaritifera · 8–14 mm · grau bis schwarz mit Grün- und Aubergineschimmer
  • Südsee: Pinctada maxima · 9–18 mm · weiß oder gold · dickste Perlmuttschicht

Tahitiperlen

Gezüchtet in der schwarzlippigen Perlauster Pinctada margaritifera, vor allem in Französisch-Polynesien. Die dunkle Farbe ist natürlich und stammt von der dunklen Schaleninnenseite der Muschel – sie ist nicht gefärbt. Der Farbcharakter reicht von hellgrau über anthrazit bis nahezu schwarz, oft mit grünlichem, bläulichem oder auberginefarbenem Überton. Übliche Größen: 8 bis 14 Millimeter. Achtung: Schwarze Akoya- oder Süßwasserperlen sind dagegen fast immer bestrahlt oder gefärbt.

Südseeperlen

Aus der großen Pinctada maxima in Australien, Indonesien und auf den Philippinen. Sie liefern die größten Perlen des Marktes, 9 bis 18 Millimeter sind üblich. Zwei Varianten: silberlippig (weiß bis silbrig) und goldlippig (creme bis intensiv gold). Ihre Perlmuttschicht ist mit oft 2 Millimetern und mehr die dickste – ein Grund für den satten, weichen Lüster und für die Langlebigkeit. Der Preis entspricht dem.

Sonderformen

Keshi sind kernlose Nebenprodukte der Zucht, vollständig aus Perlmutt und oft barock geformt. Mabé sind Halbperlen, die an der Schaleninnenseite gewachsen und ausgeschnitten wurden – flach auf einer Seite, für Ohrschmuck und Ringe verwendet. Barockperlen sind unregelmäßig geformte Perlen aller Typen; sie sind nicht minderwertig, sondern gestalterisch eigenständig und oft mit besonders lebhaftem Lüster.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Akoya- und Süßwasserperlen?
Akoyaperlen wachsen in Salzwasser um einen eingesetzten Kern und haben eine Perlmuttschicht von meist 0,3 bis 0,5 Millimetern. Süßwasserperlen werden häufig kernlos erzeugt und bestehen dann vollständig aus Perlmutt.
Sind Tahitiperlen natürlich schwarz?
Ja. Ihre dunkle Farbe stammt von der dunklen Schaleninnenseite der schwarzlippigen Perlauster und ist nicht gefärbt. Schwarze Akoya- oder Süßwasserperlen sind dagegen fast immer bestrahlt oder gefärbt.
Welche Perlen werden am größten?
Südseeperlen aus Pinctada maxima. Übliche Größen liegen bei 9 bis 18 Millimetern, deutlich über Akoya- und Tahitiperlen.
Sind Barockperlen minderwertig?
Nein. Sie sind lediglich unregelmäßig geformt und gestalterisch eigenständig. Viele Barockperlen zeigen einen besonders lebhaften Lüster.
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Fazit

Akoya steht für Rundheit und scharfen Lüster, Süßwasser für Vielfalt und Preis, Tahiti für natürliches Dunkel und Südsee für Größe und dicke Perlmuttschicht.