Perlen Lexikon

Perlen erkennen – echt oder Imitat?

Perlenimitate gibt es seit Jahrhunderten, und gute sind auf Fotos kaum zu erkennen. In der Hand ist die Unterscheidung dagegen meist in Sekunden möglich.

Was imitiert wird

Die verbreitetsten Imitate sind Glasperlen mit Perlglanzbeschichtung, bei der die Beschichtung ursprünglich aus Fischschuppen-Essenz bestand und heute meist synthetisch ist. Majorica ist eine bekannte Markenvariante dieses Prinzips – ein hochwertiges Imitat, kein Betrug, solange es als solches verkauft wird. Dazu kommen einfache Kunststoffperlen und mit Perlmuttpulver beschichtete Kunststoffkerne.

Aus der Prüfpraxis – Perlen bestimmen:
  • Zahntest: vorsichtig an der Schneidekante reiben – echt fühlt sich fein sandig an, Imitat glatt
  • Bohrloch: echte Perlen zeigen scharfe, saubere Kanten; bei Imitaten blättert die Beschichtung ab
  • Oberfläche: unter der Lupe zeigen echte Perlen ein feines Wachstumsrelief, Imitate sind gleichmäßig glatt
  • Temperatur: echte Perlen fühlen sich zunächst kühl an, Kunststoff sofort warm
  • Gewicht: Glasimitate wirken oft schwerer, Kunststoff deutlich leichter
  • Strang: echte Perlen sind nie vollkommen identisch – ein absolut gleichförmiger Strang ist verdächtig

Der Zahntest und wie er richtig geht

Der bekannteste Test funktioniert tatsächlich – wenn man ihn richtig ausführt. Die Perle wird leicht an der Schneidekante der Vorderzähne entlanggezogen. Echtes Perlmutt besteht aus mikroskopischen Plättchen und fühlt sich dabei fein sandig oder rau an. Glatte, seifige Imitate haben diese Struktur nicht. Zwei Einschränkungen: Der Test funktioniert nicht bei stark polierten oder beschichteten Perlen, und er unterscheidet nicht zwischen Zucht- und Naturperle – beide sind echtes Perlmutt.

Das Bohrloch verrät viel

Der aussagekräftigste Blick gilt dem Bohrloch. Bei einer echten Perle sind die Kanten scharf und sauber, und man erkennt gelegentlich die Grenze zwischen Nukleus und Perlmuttschicht als feine Linie. Bei Imitaten ist die Beschichtung am Loch oft abgeplatzt oder zeigt einen Farbabsatz zum Kernmaterial. Auch die Dicke der Perlmuttschicht lässt sich hier abschätzen – ein Punkt, der für die Qualitätsbeurteilung zentral ist.

Behandlungen bei echten Perlen

Echt heißt nicht unbehandelt. Fast alle Akoyaperlen werden gebleicht, viele leicht getönt. Bei dunklen Perlen ist die Frage wichtiger: Tahitiperlen sind natürlich dunkel, schwarze Akoya- und Süßwasserperlen dagegen fast immer bestrahlt oder gefärbt. Ein Hinweis auf Färbung ist Farbstoff im Bohrloch oder ein zu gleichmäßiger, flacher Farbton ohne Übertöne. Behandlungen müssen deklariert werden – fragen Sie im Zweifel nach.

Häufige Fragen

Funktioniert der Zahntest bei Perlen?
Ja, wenn er richtig ausgeführt wird. Echtes Perlmutt fühlt sich an der Zahnkante fein sandig an, Imitate glatt. Der Test versagt jedoch bei stark beschichteten Perlen und unterscheidet nicht zwischen Zucht- und Naturperle.
Woran erkenne ich eine Perlenimitation?
Am besten am Bohrloch: Bei echten Perlen sind die Kanten scharf und sauber, bei Imitaten blättert die Beschichtung häufig ab oder zeigt einen Farbabsatz zum Kern.
Sind schwarze Perlen immer gefärbt?
Nein. Tahitiperlen sind natürlich dunkel, ihre Farbe stammt von der schwarzlippigen Perlauster. Schwarze Akoya- und Süßwasserperlen sind dagegen fast immer bestrahlt oder gefärbt.
Was ist eine Majorica-Perle?
Ein hochwertiges Imitat aus einem Glaskern mit Perlglanzbeschichtung. Als solches gekennzeichnet ist das kein Betrug, sondern ein eigenständiges Produkt.
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Fazit

Zahntest und Bohrloch trennen echte Perlen zuverlässig von Imitaten. Echt bedeutet allerdings nicht unbehandelt – nach Bleichung und Färbung sollte man gezielt fragen.