Perlen Lexikon

Perlen pflegen – Kosmetik, Säure und Aufbewahrung

Perlen sind organisch und damit empfindlicher als jeder mineralische Edelstein. Die gute Nachricht: Die Regeln sind einfach und lassen sich in einem Satz zusammenfassen.

Die Grundregel

Perlen werden zuletzt angelegt und zuerst abgelegt. Parfüm, Haarspray, Make-up, Sonnencreme und Handdesinfektionsmittel müssen vollständig eingezogen und getrocknet sein, bevor die Kette angelegt wird. Nach dem Tragen wischt man die Perlen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab, um Hautfett und Schweiß zu entfernen.

Der Grund liegt in der Chemie: Perlmutt ist Calciumcarbonat und reagiert mit Säuren. Schweiß ist leicht sauer, viele Kosmetika ebenso. Über Jahre hinweg mattiert das die Oberfläche unwiederbringlich.

Pflege im Überblick:
  • Nach dem Tragen: mit weichem, leicht feuchtem Tuch abwischen, dann trocken nachwischen
  • Ungeeignet: Ultraschallbad, Dampfreiniger, Schmuckbäder aller Art
  • Ungeeignet: Säuren, Alkohol, Aceton, Ammoniak, Chlorwasser
  • Aufbewahrung: im weichen Beutel oder Etui, getrennt von härteren Steinen
  • Nicht luftdicht lagern: Perlen brauchen etwas Feuchtigkeit, sonst können sie austrocknen
  • Neufädeln: bei regelmäßig getragenen Ketten etwa alle ein bis zwei Jahre

Warum Perlen nicht im Tresor vertrocknen sollten

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Perlmutt enthält organisches Conchiolin und etwas Wasser. In extrem trockener Umgebung – etwa jahrelang im Bankschließfach oder in einem luftdichten Behälter mit Trockenmittel – kann es austrocknen und rissig werden. Perlen sind Schmuck zum Tragen; gelegentliches Tragen tut ihnen gut, weil der Kontakt mit der Haut die Umgebungsfeuchte ausgleicht. Für die Lagerung genügt ein normaler Schmuckkasten, kein hermetisch verschlossenes Behältnis.

Neufädeln und der Knoten dazwischen

Perlenketten werden traditionell mit einem Knoten zwischen jeder Perle gefädelt. Das hat zwei Gründe: Die Perlen scheuern nicht aneinander, und bei einem Reißen der Schnur fallen nicht alle Perlen zu Boden. Die Fädelschnur ist ein Verschleißteil – sie nimmt Hautfett und Feuchtigkeit auf, dehnt sich und wird mit der Zeit grau. Bei regelmäßig getragenen Ketten ist ein Neufädeln etwa alle ein bis zwei Jahre sinnvoll. Ein Anzeichen ist sichtbare Schnur zwischen den Perlen, wo vorher keine zu sehen war.

Was Perlen gar nicht vertragen

Ultraschallbad und Dampfreiniger sind für Perlen ausgeschlossen – sie können die Perlmuttschichten lösen und die Fädelschnur zerstören. Ebenso ausgeschlossen sind handelsübliche Schmuckreinigungsbäder, die meist Ammoniak enthalten. Chlorwasser im Schwimmbad greift sowohl Perlmutt als auch die Schnur an. Wer Perlenohrringe trägt, sollte sie vor dem Duschen ablegen: Shampoo und Duschgel sind nicht dramatisch, aber die tägliche Wiederholung summiert sich.

Häufige Fragen

Wie reinige ich Perlen richtig?
Mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abwischen und trocken nachwischen. Ultraschallbad, Dampfreiniger und handelsübliche Schmuckbäder sind ausgeschlossen.
Warum sollen Perlen zuletzt angelegt werden?
Weil Perlmutt als Calciumcarbonat mit Säuren reagiert. Parfüm, Haarspray, Make-up und Sonnencreme sollten vollständig getrocknet sein, bevor die Perlen die Haut berühren.
Können Perlen austrocknen?
Ja. Perlmutt enthält organisches Conchiolin und etwas Wasser. In extrem trockener Umgebung, etwa jahrelang im luftdichten Behälter mit Trockenmittel, kann es rissig werden. Ein normaler Schmuckkasten genügt.
Wie oft sollte eine Perlenkette neu gefädelt werden?
Bei regelmäßigem Tragen etwa alle ein bis zwei Jahre. Ein Anzeichen ist sichtbare Schnur zwischen den Perlen, wo vorher keine zu sehen war.
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Fazit

Zuletzt anlegen, zuerst ablegen, kein Ultraschall und nicht luftdicht lagern. Wer das einhält, gibt Perlen über Generationen weiter.