Tigerauge Lexikon

Tigerauge erkennen – echt, gebrannt oder gefärbt?

Tigerauge ist am seidigen Schimmer leicht zu erkennen – die Fragen sind eher: natürlich, gebrannt oder gefärbt, und ist es kein Glasimitat?

Die Chatoyance als Echtheitszeichen

Das sicherste Merkmal ist der wandernde Lichtstreifen. Echtes Tigerauge zeigt eine feine, faserige Struktur mit seidigem Glanz, deren Chatoyance sich bei Bewegung natürlich über den Stein bewegt. Glasimitate mit „Katzenauge“ wirken oft zu regelmäßig und gleichmäßig.

Aus der Laborpraxis – Tigerauge bestimmen:
  • Chatoyance: natürlich wandernder, faseriger Lichtstreifen
  • Härte: 7 – ritzt Glas
  • Struktur: feine, unregelmäßige Faserung (Glas zu regelmäßig)
  • Rotes Tigerauge: meist gebrannt (Hinweis: sehr gleichmäßiges Rot)
  • Gefärbtes Material: auffällige, unnatürliche Farben

Natürlich, gebrannt oder gefärbt?

Zwei Behandlungen sind verbreitet: Brennen (erzeugt rotes Tigerauge/Ochsenauge) und Färben (etwa blaue oder grüne Kunstfarben). Natürliches Tigerauge ist goldbraun bis honigfarben; sehr gleichmäßiges Rot deutet auf Brennen, grelle Farben auf Färbung hin. Beides ist nach §5 UWG offenzulegen.

Tigerauge gegen Imitate

Glas mit künstlichem Katzenaugeneffekt („Glaskatzenauge“) zeigt einen zu scharfen, geraden Streifen und oft eine zu gleichmäßige Farbe. Echtes Tigerauge hat Härte 7 (ritzt Glas), eine faserige Struktur und eine natürlich variierende Bänderung.

Aus der Laborpraxis: Wir bestimmen Tigerauge über Chatoyance, Härte und Struktur in unserem eigenen gemmologischen Labor – messbar, nachvollziehbar, seit 2002. Behandlungen wie Brennen oder Färben weisen wir transparent aus.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich echtes Tigerauge?
Am natürlich wandernden, faserigen Lichtstreifen (Chatoyance), an der Härte 7 (ritzt Glas) und an der feinen, unregelmäßigen Faserstruktur. Glasimitate wirken zu regelmäßig.
Ist rotes Tigerauge behandelt?
Meist ja. Rotes Tigerauge („Ochsenauge“) ist in der Regel gebranntes Material. Sehr gleichmäßiges Rot deutet auf die Wärmebehandlung hin, die nach §5 UWG offenzulegen ist.
Gibt es gefärbtes Tigerauge?
Ja. Tigerauge wird gelegentlich künstlich gefärbt, etwa blau oder grün. Grelle, unnatürliche Farben sind ein Hinweis; solche Behandlung ist deklarationspflichtig.
Wie unterscheide ich Tigerauge von Glas?
Glaskatzenaugen zeigen einen zu scharfen, geraden Streifen und zu gleichmäßige Farbe. Echtes Tigerauge ritzt Glas (Härte 7), ist faserig und natürlich gebändert.

Fazit

Echtes Tigerauge verrät sich durch seinen natürlichen, faserigen Schimmer. Sehr gleichmäßiges Rot deutet auf Brennen, grelle Farben auf Färbung – beides gehört offengelegt.