Herkimer Diamant
Herkimer Diamant – der Quarz, der wie ein Diamant wächst
Herkimer Diamanten sind keine Diamanten – und das ist ihre eigentliche Besonderheit. Es handelt sich um natürliche Quarzkristalle, die an beiden Enden eine vollständige Spitze ausgebildet haben, ohne je an einem Untergrund befestigt gewesen zu sein. Diese natürliche Doppelterminierung entsteht, weil die Kristalle frei in Hohlräumen im Dolomitgestein gewachsen sind – über viele Jahrmillionen, ohne äußere Eingriffe, ohne Schleifer. Das Ergebnis sind bis zu 18 natürliche Facetten und eine geometrische Perfektion, die kein Handwerk nachahmen könnte.
Der namensgebende Originalfundort liegt im Herkimer County, New York – einer geologischen Formation, die diesem Quarz seinen Namen gab. Was dort aus dem Stein kommt, ist entweder glasklar und brillant oder enthält faszinierende Einschlüsse: schwarzes Anthraxolit, Flüssigkeitseinschlüsse aus dem kambrischen Urmeer oder winzige bewegliche Blasen in uraltem Wasser (sogenannte Enhydros). Jedes Stück ist ein Unikat – naturbelassen, unbehandelt, mit Echtheitszertifikat.
Ob für die Mineraliensammlung, als außergewöhnliches Schmuckstück oder als Geschenk für Menschen, die das Besondere suchen: Ein Herkimer Diamant ist eine der direktesten Verbindungen, die man zur Frühgeschichte der Erde herstellen kann.
Herkimer Diamant – ein Quarz mit besonderer Geschichte
Der Name führt leicht in die Irre: Ein Herkimer Diamant ist kein Diamant, sondern eine besonders klare, doppelendige Varietät des Bergkristalls – also reiner Quarz (SiO₂). Den Beinamen „Diamant“ verdankt er seiner außergewöhnlichen Transparenz und den natürlich ausgebildeten Facetten, die an einen geschliffenen Edelstein erinnern. Mineralogisch ist er mit dem klassischen Bergkristall identisch – seine Besonderheit liegt in der Wuchsform.
| Eigenschaft | Herkimer Diamant |
|---|---|
| Mineral | Quarz (SiO₂), Varietät Bergkristall |
| Form | doppelendig, bis zu 18 natürliche Facetten |
| Mohshärte | 7 – 7,5 |
| Dichte | ca. 2,65 |
| Entstehung | frei in Hohlräumen (Vugs) im Dolomitgestein, ca. 495 Mio. Jahre |
| Typische Einschlüsse | Anthraxolit, Flüssigkeit, Enhydros |
| Behandlung | keine – naturbelassen |
Warum an beiden Enden eine Spitze?
Die meisten Quarzkristalle wachsen an einer Gesteinswand fest und bilden nur an einem Ende eine Spitze. Der Herkimer Diamant dagegen wuchs frei schwebend in einem Hohlraum (Vug) im Dolomitgestein – nahezu ohne Kontakt zur Wand. Dadurch konnte er sich in alle Richtungen entwickeln und an beiden Enden eine vollständige Spitze ausbilden. Diese Doppelterminierung zusammen mit der hohen Klarheit ist das Markenzeichen echter Herkimer.
Einschlüsse – Fenster in die Erdgeschichte
Viele Herkimer sind glasklar, andere tragen faszinierende Einschlüsse, die ihren Reiz ausmachen: Anthraxolit (schwarzes, kohlenstoffreiches Material) sorgt für kontrastreiche Zeichnungen, Flüssigkeitseinschlüsse konservieren Wasser oder Kohlenwasserstoffe aus der Entstehungszeit. Besonders gesucht sind Enhydros – Hohlräume mit eingeschlossenem Wasser und einer beweglichen Luftblase. Bei sichtbarer Blase sind solche Steine deutlich wertvoller als klare Exemplare. Solche Einschlüsse sind zugleich ein guter Echtheitshinweis.
Echtheit und Herkunft
Doppelendige Quarze kommen auch andernorts vor – etwa in Pakistan, Afghanistan, China oder Arizona. Als „Herkimer Diamant“ werden nach langer Handelskonvention jedoch nur Kristalle aus dem Herkimer County, New York bezeichnet. Auffällig günstige Preise oder völlig makellose, gleichförmige Steine können ein Hinweis auf Material anderer Herkunft sein. Wir prüfen unsere Steine im eigenen gemmologischen Labor und beschreiben jeden Kristall mit seinen Eigenschaften.
Häufige Fragen zum Herkimer Diamant
Ist ein Herkimer Diamant ein echter Diamant?
Warum hat er an beiden Enden eine Spitze?
Was sind die schwarzen oder wassergefüllten Einschlüsse?
Sind Herkimer Diamanten behandelt?
Wie hart ist ein Herkimer Diamant?
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