Tigerauge – Goldbrauner Quarz mit seidigem Schimmereffekt
Tigerauge – Chatoyance im goldbraunen Quarz
Tigerauge ist eine Quarz-Pseudomorphose nach Krokydolith (Blauasbest): Quarz hat die parallelen Asbestfasern vollständig ersetzt und dabei ihre Faserstruktur übernommen. Das Ergebnis ist ein Stein mit ausgeprägtem Chatoyance-Effekt – einem seidigen Lichtband, das beim Drehen des Steins über die Oberfläche wandert und an das Auge einer Katze erinnert. Die goldbraune bis honiggelbe Farbe entsteht durch Eisenoxid (Limonit), das die Quarzfasern einfärbt. Tigerauge ist vollständig naturbelassen und unbehandelt – der Chatoyance-Effekt ist ein rein strukturelles Naturphänomen. Mit Mohs 7 alltagstauglich für alle Schmuckformen.
Seit 2002 im internationalen Edelsteinhandel – mit eigenem gemmologischem Labor und persönlicher Beratung.
Verwandte Varietäten: Tigerauge-Lexikon
Chatoyance: Wie das Lichtband entsteht
Der Chatoyance-Effekt (französisch: „œil de chat“, Katzenauge) entsteht durch die parallele Faserstruktur im Stein: Tausende mikroskopisch feiner Quarzfasern liegen in einer Ebene und reflektieren auftreffendes Licht bündelweise senkrecht zu ihrer Ausrichtung. Das Ergebnis ist ein scharf abgegrenztes, wanderndes Lichtband auf der polierten Cabochon-Oberfläche. Die Intensität des Chatoyance-Effekts hängt von der Parallelität und Dichte der Fasern ab – bei hochwertigem Tigerauge ist das Lichtband scharf, zentriert und deutlich vom dunklen Hintergrund abgesetzt.
Wichtig: Chatoyance zeigt sich nur bei Cabochon-Schliff mit der richtigen Orientierung der Faserstruktur senkrecht zur Kuppel. Beim falschen Schliffwinkel oder im Facettenschliff verschwindet der Effekt.
Varietäten: Tigerauge, Falkenauge und Ochsenauge
| Varietät | Farbe | Entstehung |
|---|---|---|
| Tigerauge | Goldbraun bis honiggelb | Vollständige Quarzerisierung + Limonitfärbung |
| Falkenauge | Blaugrau bis blaugrün | Unvollständige Quarzerisierung, Krokydolith teilweise erhalten |
| Ochsenauge (Bullseye) | Rotbraun bis tiefrot | Tigerauge durch Erhitzen gefärbt – deklarationspflichtig |
Falkenauge gilt als Vorstufe des Tigerauges: Wo die Quarzerisierung des Krokydoliths noch nicht vollständig abgeschlossen ist, bleibt die blaue Farbe des Asbestminerals erhalten. Übergangsformen mit blau-goldenen Zonen sind besonders attraktiv. Ochsenauge (Bullseye) ist gewärmtes Tigerauge und muss gemäß §5 UWG als behandelt deklariert werden.
Herkunft
Die bedeutendste Lagerstätte weltweit liegt in der Nordkap-Provinz Südafrikas (Kuruman-Gebiet) – hier wird das Gros des weltweiten Tigerauges in Schmuckqualität gefördert. Weitere Vorkommen gibt es in Australien (Westaustralien), Indien, Namibia und den USA. Südafrikanisches Tigerauge gilt als Referenzqualität mit intensiver Chatoyance und gleichmäßiger Goldbraunfärbung.
Schliff und Qualität
Tigerauge wird ausschließlich als Cabochon oder in Flachformen (Scheiben, Platten, Perlen) verarbeitet – nur so kommt der Chatoyance-Effekt zur Geltung. Entscheidend bei der Qualitätsbeurteilung:
Schärfe des Lichtbands – ein hochwertiger Cabochon zeigt ein klar abgegrenztes, einzelnes Lichtband. Diffuses oder mehrfaches Lichtband deutet auf ungleichmäßige Faserstruktur hin. Farbintensität – sattes Goldbraun mit starkem Kontrast zwischen hellem Band und dunklem Hintergrund. Schliffhöhe – zu flacher Cabochon reduziert die Chatoyance-Intensität; zu hoher wirkt klobig.
Pflege
Mit Mohs 7 ist Tigerauge alltagstauglich und pflegeleicht. Reinigung mit lauwarmem Wasser und weichem Tuch. Ultraschallgeräte vermeiden – die Faserstruktur kann bei intensiver Vibration langfristig beeinträchtigt werden. Keine aggressiven Reinigungsmittel oder Säuren.
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Häufige Fragen zu Tigerauge
Was ist Chatoyance und wie entsteht sie beim Tigerauge?
Chatoyance ist ein optisches Phänomen, bei dem ein wanderndes Lichtband auf der Cabochon-Oberfläche erscheint. Beim Tigerauge entsteht es durch tausende parallele Quarzfasern, die das Licht bündelweise senkrecht zu ihrer Ausrichtung reflektieren. Der Effekt ist nur bei Cabochon-Schliff mit richtiger Orientierung der Faserstruktur sichtbar – bei Facettenschliff verschwindet er.
Was ist der Unterschied zwischen Tigerauge und Falkenauge?
Beide sind Quarz-Pseudomorphosen nach Krokydolith (Blauasbest) mit Chatoyance. Der Unterschied liegt im Grad der Quarzerisierung: Bei Tigerauge ist der Krokydolith vollständig durch Quarz ersetzt und durch Limonit goldbraun gefärbt. Bei Falkenauge ist die Ersetzung unvollständig – der blaue Krokydolith ist teilweise erhalten, was die charakteristische blaugraue Farbe ergibt.
Was ist Ochsenauge (Bullseye) – und ist es behandelt?
Ochsenauge (auch Bullseye) ist durch Erhitzen verändertes Tigerauge: Wärme oxidiert das Limonit im Stein zu rotem Hämatit und erzeugt eine rotbraune bis tiefrote Färbung. Die Chatoyance bleibt erhalten. Es handelt sich um eine deklarationspflichtige Behandlung gemäß §5 UWG – Ochsenauge muss als gewärmtes Tigerauge gekennzeichnet sein.
Ist Tigerauge naturbelassen?
Klassisches goldbraunes Tigerauge ist vollständig naturbelassen – die Farbe und der Chatoyance-Effekt sind rein natürlichen Ursprungs. Rotes Ochsenauge hingegen ist gewärmtes Tigerauge und entsprechend deklariert. Bei Edelsteine-24 ist der Behandlungsstatus beim jeweiligen Artikel transparent angegeben.
Woher kommt das beste Tigerauge?
Die bedeutendste Quelle für Tigerauge in Schmuckqualität liegt in der Nordkap-Provinz Südafrikas (Kuruman-Gebiet). Südafrikanisches Tigerauge gilt als Referenzqualität: intensive Chatoyance, gleichmäßige Goldbraunfärbung, hohe Dichte der Faserstruktur. Weitere Vorkommen in Australien (Westaustralien) und Indien sind qualitativ meist nachrangig.