Zwei grüne Steine im mittleren Preissegment, beide gute Alternativen zum Smaragd — und beide mit einer Eigenheit, die man vor dem Kauf kennen sollte.
Die Kennzahlen im direkten Vergleich
| Peridot | Grüner Turmalin | |
|---|---|---|
| Mineralfamilie | Olivin ((Mg,Fe)₂SiO₄) | Turmalin (Elbait) |
| Mohs-Härte | 6,5–7 | 7–7,5 |
| Brechungsindex | 1,650–1,690 | 1,614–1,666 |
| Doppelbrechung | 0,033 (sehr hoch) | 0,018 |
| Dichte | 3,27–3,48 g/cm³ | 3,01–3,11 g/cm³ |
| Typische Farbe | Olivgrün bis Gelbgrün | Mint bis Flaschengrün, Chromgrün |
| Behandlung | praktisch nie behandelt | gelegentlich erhitzt oder bestrahlt |
| Preisspanne | 30–400 €/ct | 50–800 €/ct |
Fett gesetzt ist jeweils der Wert, der im Vergleich den praktischen Vorteil bringt — je nach Anwendung kann die Bewertung anders ausfallen.
Peridot hat nur eine Farbe — und das ist sein Problem
Peridot ist der einzige bedeutende Edelstein, dessen Farbe nicht von Spurenelementen, sondern vom Hauptbestandteil selbst kommt: Eisen ist Teil der Kristallstruktur. Deshalb gibt es keinen roten, blauen oder farblosen Peridot — die Palette reicht von Gelbgrün bis Olivgrün, und das war es. Turmalin dagegen deckt praktisch das gesamte Farbspektrum ab, allein im Grünbereich von zartem Mint bis zum chromgrünen Ton, der Smaragd nahekommt.
Die doppelte Kante
Peridot hat eine ungewöhnlich hohe Doppelbrechung von 0,033. Durch die Tafel eines größeren Steins sieht man die hinteren Facettenkanten doppelt — ein Merkmal, an dem sich Peridot mit der Lupe zweifelsfrei erkennen lässt. Manche empfinden diesen Effekt als unruhig, andere als charakteristisch.
Haltbarkeit
Peridot ist der empfindlichere Stein. Mit 6,5 bis 7 liegt er an der Alltagsgrenze, er ist spröde und reagiert auf Säuren — schon Schweiß und Zitronensäure greifen die Politur an. Für Ringe braucht er eine geschützte Fassung. Turmalin ist härter und chemisch stabil, reagiert aber empfindlich auf Temperaturschocks: kein heißes Wasser, kein Ultraschall bei eingeschlussreicher Ware.
Woher sie kommen
Der beste Peridot stammt heute aus Pakistan aus über 4.000 Metern Höhe im Kaghan-Tal, daneben aus Myanmar, Arizona und — historisch — von der ägyptischen Zabargad-Insel. Grüner Turmalin kommt vor allem aus Brasilien, Nigeria, Mosambik und Afghanistan; die chromgrünen Varietäten aus Tansania sind die teuersten.
Das Fazit
Turmalin ist der vielseitigere und haltbarere Stein, Peridot der eigenständigere. Wer ein bestimmtes Grün sucht, findet es beim Turmalin. Wer den ungewöhnlichen olivgrünen Ton will, den kein anderer Edelstein liefert, kommt an Peridot nicht vorbei — und sollte ihn in einer Fassung tragen, die ihn schützt.