Dasselbe Lexikon, drei Ordnungen: nach Farbe, nach Mineralfamilie und nach Mohs-Härte. 174 Edelsteine, 93 Familien, zehn Härtestufen — jede Zuordnung führt direkt zum Cluster des Steins.
Edelsteine nach Farbe
Farbe ist das erste Kriterium jedes Käufers und zugleich das trügerischste: derselbe Farbeindruck entsteht bei verschiedenen Mineralen durch völlig unterschiedliche Ursachen. Ein Stein steht in mehreren Gruppen, wenn er in mehreren Farben vorkommt.
Farblose Steine verdanken ihren Reiz allein dem Schliff: ohne Eigenfarbe entscheiden Brechungsindex und Dispersion darüber, wie viel Licht zurückkommt.
Gelb entsteht meist durch Eisen (Citrin, Goldberyll) oder durch Farbzentren im Kristallgitter. Die Töne reichen von blassem Stroh bis zu sattem Gold.
Orange ist selten und daher gesucht — Spessartin, Feueropal und Mandaringranat gehören zu den kräftigsten Vertretern.
Rot kommt fast immer von Chrom oder Eisen. Der Ton entscheidet über den Preis: je reiner das Rot, je weniger Braun- oder Violettanteil, desto wertvoller.
Rosa entsteht durch Mangan (Morganit, Rhodochrosit) oder durch Spuren von Titan und Eisen. Pastellige Töne dominieren den Schmuckmarkt.
Violett gehört zu den seltensten Naturfarben. Amethyst, Tansanit und Sugilith zeigen, wie unterschiedlich derselbe Farbeindruck zustande kommen kann.
Blau entsteht durch Eisen-Titan-Paare (Saphir), Kupfer (Türkis, Paraíba) oder Vanadium (Tansanit). Kein anderer Farbbereich ist im Handel so breit besetzt.
Grün kommt von Chrom, Vanadium oder Eisen. Smaragd, Tsavorit und Demantoid stehen an der Spitze, Peridot und Chrysopras sind die zugänglichen Alternativen.
Braun galt lange als geringwertig — Rauchquarz, Andalusit und Zirkon zeigen, dass warme Erdtöne eine eigene Klasse bilden.
Schwarze Steine wirken über Glanz und Kontrast statt über Farbe. Onyx, Obsidian und Turmalin-Schörl sind die Klassiker.
Mehrfarbige und schillernde Steine folgen keiner Farbregel: Bänderung, Farbspiel und Adulareszenz entstehen aus der Struktur, nicht aus einem Farbstoff.
Edelsteine nach Mineralfamilie
Die mineralogische Familie sagt mehr über einen Stein aus als seine Farbe: sie bestimmt Kristallsystem, Spaltbarkeit, Härte und damit auch, wie belastbar ein Schmuckstück am Ende ist.
Diese Minerale bilden im Lexikon keine Gruppe mit weiteren Vertretern — sie stehen mineralogisch für sich.
Edelsteine nach Mohs-Härte
Die Mohs-Härte entscheidet darüber, wofür ein Stein taugt. Ab Stufe 7 übersteht er den Alltag im Ring, darunter gehört er in eine geschützte Fassung oder an eine Kette. Maßgeblich ist hier die obere Stufe der jeweiligen Spanne. Die Skala im Detail.
Welche Ordnung wofür
Wer nach Optik sucht, geht über die Farbe. Wer wissen will, ob ein Stein hält, was er verspricht, geht über die Familie — sie verrät Spaltbarkeit und Empfindlichkeit. Und wer ein Schmuckstück für den täglichen Gebrauch plant, fängt bei der Härte an und arbeitet sich von dort zur Farbe vor.