Jahrhundertelang wurden Spinelle fälschlicherweise für Rubine gehalten. Der berühmte Black Prince’s Ruby in der britischen Reichskrone ist in Wirklichkeit ein roter Spinell.
Die Kennzahlen im direkten Vergleich
| Rubin | Spinell | |
|---|---|---|
| Mineralfamilie | Korund (Al₂O₃) | Oxid (MgAl₂O₄) |
| Mohs-Härte | 9 | 8 |
| Brechungsindex | 1,762–1,778 | 1,712–1,762 |
| Dichte | 3,97–4,05 g/cm³ | 3,58–3,61 g/cm³ |
| Herkunft | Myanmar, Mosambik | Myanmar, Tadschikistan |
| Behandlung | Häufig (Erhitzen) | Meist unbehandelt |
| Preisspanne | 500–50.000+ €/ct | 100–5.000+ €/ct |
Fett gesetzt ist jeweils der Wert, der im Vergleich den praktischen Vorteil bringt — je nach Anwendung kann die Bewertung anders ausfallen.
Kristallstruktur
Rubin ist trigonaler Korund (Al₂O₃) — Spinell ist kubisches Magnesiumaluminat (MgAl₂O₄). Der Unterschied erklärt warum Rubin härter ist.
Doppelbrechung
Rubin ist doppelbrechend — unter dem Polarisationsmikroskop zeigt er charakteristische Doppelbilder. Spinell ist kubisch und damit einfachbrechend. Das ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal ohne Spektroskopie.
Farbgeber
Beide werden durch Chrom rot gefärbt. Beim Rubin im Al₂O₃-Gitter, beim Spinell im MgAl₂O₄-Gitter. Spinell hat oft ein leicht violetteres Rot.
Behandlung
Die meisten Rubine werden hitzebehandelt — Standard und akzeptiert. Spinelle sind hingegen meist naturbelassen — das macht sie für Puristen interessant.
Das Fazit
Rubin ist der wertvollere, historisch bedeutsamere Stein. Spinell bietet oft mehr natürliche Reinheit, ist fast immer unbehandelt, und kommt zu einem Bruchteil des Preises.