Grün ist die Farbe mit den meisten Vertretern im Lexikon — 90 der 174 Steine kommen in Grüntönen vor. Fast alle verdanken sie drei Elementen: Chrom, Vanadium oder Eisen.
Die zwölf wichtigsten grünen Edelsteine












Kennzahlen im Vergleich
| Stein | Mohs | Mineralfamilie | Farbursache | Preislage |
|---|---|---|---|---|
| Smaragd | 7,5–8 | Beryll | Chrom, teils Vanadium | Spitzenklasse |
| Tsavorit | 7–7,5 | Grossular-Granat | Chrom und Vanadium | Spitzenklasse |
| Demantoid | 6,5 | Andradit-Granat | Chrom im Andradit | Spitzenklasse |
| Jade | 6–7 | Jadeit | Chrom oder Eisen | günstig bis Spitzenklasse |
| Turmalin | 7–7,5 | Elbaít-Turmalin | Eisen, Chrom oder Kupfer | gehoben |
| Peridot | 6,5–7 | Olivin | Eisen (eigenfarbig) | mittel |
| Chromdiopsid | 5,5–6,5 | Pyroxen | Chrom | günstig bis mittel |
| Dioptas | 5 | Cyclosilikat | Kupfer (eigenfarbig) | mittel, Sammlerware |
| Chrysopras | 6,5–7 | Chalcedon | Nickel | günstig bis mittel |
| Amazonit | 6–6,5 | Feldspat | Blei in der Feldspatstruktur | günstig |
| Malachit | 3,5–4 | Kupfercarbonat | Kupfer (eigenfarbig) | günstig |
| Prasiolith | 7 | Quarz | gebrannter Amethyst | günstig |
Woher die Farbe kommt
Beim Grün ist die Lage übersichtlicher als beim Blau: Drei Elemente erklären fast den gesamten Bereich.
- Chrom ergibt das leuchtende, leicht bläuliche Grün — Smaragd, Tsavorit, Demantoid, Chromdiopsid, Imperial Jade. Chromgefärbte Steine zeigen unter dem Filter oder im UV-Licht oft eine rote Fluoreszenz, weil Chrom im Roten durchlässt. Das ist das Unterscheidungsmerkmal gegenüber eisengefärbtem Grün.
- Vanadium wirkt ähnlich und tritt meist zusammen mit Chrom auf. Beim Tsavorit tragen beide zur Farbe bei; bei manchen Smaragden aus Brasilien überwiegt Vanadium.
- Eisen ergibt das gedecktere, olivstichige Grün — Peridot, Verdelith, grüner Saphir, Nephrit. Eisen ist das häufigste Farbelement überhaupt und zugleich das, das Farben am ehesten „trüb" wirken lässt.
Zwei Sonderfälle fallen aus dem Schema. Kupfer färbt Malachit und Dioptas, dort aber als Bestandteil des Minerals und nicht als Spur — solche Steine heißen eigenfarbig oder idiochromatisch und schwanken in der Farbe kaum. Und Nickel färbt den Chrysopras; unter den Edelsteinen ist das fast ein Alleinstellungsmerkmal.
Der Unterschied zwischen Chrom- und Eisengrün ist auch im Preis sichtbar: Chromgrün gilt als lebendiger und wird höher bezahlt.
Weitere Steine in dieser Farbe
Diese 18 Steine kommen ebenfalls in grünen Tönen vor, ohne dass die Farbe für sie kennzeichnend wäre.
Seltenheiten für Sammler
Im Schmuckhandel praktisch nicht anzutreffen, im Lexikon aber vollständig behandelt:
Worauf beim Kauf zu achten ist
- Beim Smaragd die Ölung klären. Nahezu jeder Smaragd ist geölt, um Risse optisch zu schließen. Üblich und zulässig — der Grad („insignificant" bis „significant") gehört ins Zertifikat und macht beim Preis einen erheblichen Unterschied.
- Tsavorit als unbehandelte Alternative. Er wird nicht geölt und nicht gebrannt, ist zäher als Smaragd und in der Praxis weniger bruchgefährdet — und deutlich seltener, auch wenn sein Name das nicht vermuten lässt.
- Licht- und Wärmeempfindlichkeit beachten. Chrysopras und Amazonit können bei starker Sonne ausbleichen; Chromdiopsid hat eine gute Spaltbarkeit und verträgt keinen Schlag.
- Bei Jade auf das Mineral achten. Jadeit und Nephrit sind zwei verschiedene Steine mit sehr unterschiedlichem Preis. Dazu kommen die Handelsklassen A (unbehandelt), B (gebleicht und harzgefüllt) und C (gefärbt).
Kurz gefasst
90 der 174 Steine im Lexikon kommen in dieser Farbe vor. Die zwölf oben genannten decken ab, was im Handel tatsächlich angeboten wird — alles Weitere ist Sammlergebiet.
Quellen: eigene Clusterseiten des Lexikons mit den dort belegten Kennzahlen · GIA, Gem Encyclopedia · mindat.org und Mineralienatlas