Schwarze Steine wirken nicht über Farbe, sondern über Glanz und Kontrast. 75 der 174 Steine im Lexikon kommen in Schwarz oder Grau vor — darunter Minerale, Gläser, Fossilien und ein Meteorit.
Die zwölf wichtigsten schwarzen Edelsteine












Kennzahlen im Vergleich
| Stein | Mohs | Mineralfamilie | Farbursache | Preislage |
|---|---|---|---|---|
| Opal | 5,5–6,5 | Hydratisiertes SiO | Farbspiel auf dunklem Grund | Spitzenklasse |
| Meteorit | 4–7 (je nach Typ) | Verschiedene | Eisen-Nickel | mittel bis gehoben |
| Diamant | 10 | Kohlenstoff | Graphiteinschlüsse | mittel |
| Spinell | 8 | Oxid | Eisen | günstig bis mittel |
| Nuummit | 5,5–6 | Amphibol | Amphibolnadeln mit Schiller | günstig bis mittel |
| Turmalin | 7–7,5 | Elbaít-Turmalin | Eisen (Schörl) | günstig |
| Hämatit | 5,5–6,5 | Eisenoxid | Eisenoxid | günstig |
| Obsidian | 5–5,5 | Vulkanisches Glas | Magnetit im Glas | günstig |
| Gagat | 3.5 | Braunkohle | fossile Kohle | günstig |
| Onyx | 6,5–7 | Chalcedon | meist gefärbter Achat | günstig |
| Schungit | 3,5–4 | Kohlenstoff | Kohlenstoff | günstig |
| Pyrit | 6–6,5 | Eisensulfid | Eisensulfid | günstig |
Woher die Farbe kommt
Schwarz ist in Edelsteinen selten eine Farbe im engeren Sinn. Es entsteht auf vier Wegen.
- Sehr viel Eisen. Beim Turmalin-Schörl und beim schwarzen Spinell ist so viel Eisen im Gitter, dass praktisch das ganze sichtbare Spektrum geschluckt wird. Diese Steine sind echte Minerale mit sauberer Kristallstruktur und lassen sich facettieren — sie glänzen.
- Feinverteiltes Pigment. Beim Obsidian ist es Magnetit im Glas, beim schwarzen Diamanten sind es unzählige Graphiteinschlüsse. Hier sitzt der Farbträger nicht im Gitter, sondern als eigene Phase dazwischen — solche Steine sind undurchsichtig.
- Kohlenstoff. Gagat ist fossiles Holz, Schungit ein kohlenstoffreiches Gestein. Beide sind auffällig leicht — der sicherste Test im Handel ist schlicht das Gewicht in der Hand.
- Färbung. Der größte Teil des gehandelten Onyx ist grauer Achat, der in Zuckerlösung gekocht und mit Schwefelsäure verkohlt wird. Das Verfahren ist seit der Antike bekannt, dauerhaft und zulässig — es sollte nur genannt werden.
Eine eigene Klasse ist der Schwarzopal: Dort ist das Schwarz nur der Hintergrund, vor dem das Farbspiel überhaupt erst sichtbar wird. Deshalb ist er die teuerste Opalvarietät — derselbe Farbeffekt wirkt auf hellem Grund weit weniger.
Weitere Steine in dieser Farbe
Diese 11 Steine kommen ebenfalls in schwarzen Tönen vor, ohne dass die Farbe für sie kennzeichnend wäre.
Seltenheiten für Sammler
Im Schmuckhandel praktisch nicht anzutreffen, im Lexikon aber vollständig behandelt:
Worauf beim Kauf zu achten ist
- Beim Onyx nach der Färbung fragen. Natürlich durchgehend schwarzer Chalcedon ist selten. Gefärbte Ware ist der Normalfall, farbecht und preiswert — aber als behandelt auszuweisen.
- Gewicht als erster Test. Gagat und Schungit sind auffällig leicht, Hämatit und Meteorit auffällig schwer. Wer beides einmal in der Hand hatte, verwechselt sie nicht mehr.
- Hämatit am Strich erkennen. Über unglasiertes Porzellan gezogen hinterlässt Hämatit immer einen roten Strich — auch wenn der Stein tiefschwarz poliert ist. Der sogenannte Hämatin im Handel ist dagegen ein gesintertes Kunstprodukt.
- Beim Schwarzopal auf das Zertifikat achten. Zwischen echtem Schwarzopal, Dublette und Triplette liegen Preisunterschiede um den Faktor zehn. Die Schichtung ist an der Seite erkennbar.
Kurz gefasst
75 der 174 Steine im Lexikon kommen in dieser Farbe vor. Die zwölf oben genannten decken ab, was im Handel tatsächlich angeboten wird — alles Weitere ist Sammlergebiet.
Quellen: eigene Clusterseiten des Lexikons mit den dort belegten Kennzahlen · GIA, Gem Encyclopedia · mindat.org und Mineralienatlas