Diamanten und Brillanten

Diamanten - ständig mehrere hundert Diamanten auf Lager

Diamant Kristalle
Diamant Kristalle​ in verschiedenen Farben
 

Diamant ist der wohl bekannteste Edelstein der Welt und besteht aus reinem Kohenstoff (C). Er kristallisiert kubisch und wird demnach am häufigsten in Würfel- oder Oktaederform gefunden.

Sein Name leitet sich vom griechischen Wort ‚adamas‘ ab, was so viel wie ‚unbezwingbar‘ bedeutet.

Er hat die maximale Mohs-Härte 10 und es gibt kein natürliches Material auf der Welt, das noch härter ist als Diamant. (Seine Schleifhärte ist etwa 140mal so hoch wie die von Rubin und Saphir, die mit einer Härte 9 beide die nächsthärteren Materialien der Mohs’schen Härteskala darstellen.)


Unser Angebot über Diamanten & Brillanten finden Sie hier:



 

Diamanten und Brillanten

Die einzige Möglichkeit, Diamant zu schleifen ist mit anderen Diamanten bzw. Diamantpulver. Dies ist auch nur deshalb überhaupt möglich, weil Diamant eine Härteanisotropie besitzt und daher in bestimmte Richtungen eine minimal andere Härte besitzt. In diese Richtung ist der Diamant dann mit viel Aufwand schleifbar.

Durch seine extreme Härte und Widerstandsfähigkeit hat der Diamant den Ruf, nahezu unzerstörbar und unvergänglich zu sein. Dies ist nur bedingt richtig, denn extreme Härte kommt in diesem Fall auch mit extremer Sprödigkeit und einer perfekten Spaltbarkeit einher, was bedeutet, dass der Diamant schnell brechen kann. Insbesondere beim Fassen muss deshalb Acht gegeben werden, damit er unter zu viel Druck nicht spaltet.

Nicht zuletzt auch wegen seines typischen Diamantglanzes, den kein anderer Edelstein vollständig nachahmen kann, gilt der Diamant als „König der Edelsteine“.

Im Alltag ist Diamant der wohl widerstandsfähigste Stein und völlig unkompliziert in der Handhabung. Auch nach jahrelangem Tragen am Finger und viel arbeiten wird ein Diamant sein Feuer, seine spiegelglatten Flächen und seine messerscharfen Kanten nicht verlieren.

Diamant als Brillant geschliffen
Diamant als Brillant geschliffen
 

Achtsam sollte man – wie bei allen anderen Edelsteinen auch – natürlich trotzdem sein und den Stein möglichst nicht gegen harte Kanten stoßen oder ihn womöglich fallen lassen, da sonst das Risiko besteht, dass er bricht.  

Durch seine hohe Widerstandsfähigkeit Temperaturen gegenüber, ist er auch bei Hitze im Allgemeinen unempfindlich, weshalb das Löten bei gefassten Steinen für Ringweitenänderungen oder sonstige Anpassungen im Schmuckbereich meist problemlos möglich ist.

Schon seit dem Altertum waren die Menschen fasziniert von diesem Stein und nutzten ihn für Schmuckzwecke (auch wenn er lange Zeit auf Grund seiner hohen Härte nicht geschliffen werden konnte).

Chemisch gesehen ist Diamant reiner Kohlenstoff, der unter sehr hohem Druck (40-50 kbar) in sehr großen Tiefen (ca. 170km) auskristallisiert. Durch aufsteigende Magmen wird er dann nach oben befördert und dort in Kimberlit und Lamproit (seinem Muttergestein) gefunden.

Die bedeutendsten Fundorte sind heutzutage Afrika (insbesondere Namibia und Botswana) sowie Kanada, Russland und Australien. Der größte Lieferant ist zur Zeit (Stand 2019) Russland, aber Kanada wird in den nächsten Jahren vermutlich aufholen und noch höhere Produktionen führen.

Die für die Schmuckproduktion wichtigste Lagerstätte ist jedoch Botswana, wo die weltweit besten und größten Schmuckdiamanten gefunden werden. Sie zeichnen sich durch eine besonders reine Farbe und hohe Reinheit aus, was die Caratpreise hierfür in die Höhe treibt.

Als Blutdiamanten (oder Konflikt-Diamanten) werden in diesem Zusammenhang Diamanten bezeichnet, deren Erlös zur Finanzierung von Kriegen und gewalttätiger Konflikte verwendet wird, bzw. solche, die illegal geschürft und abgebaut und anschließend verkauft werden, um Rebellen- oder Invasionstruppen finanziell zu unterstützen. So werden Konflikte verlängert und teilweise sogar noch intensiviert, was Blutdiamanten zu einem Konfliktrohstoff macht.

Seit 2003 ist das Kimberley-Abkommen offiziell in Kraft getreten. Dieses ist ein komplexes System, das durch Zertifikate den Handel mit Blutdiamanten verhindern will. Das Abkommen bezieht sich hierbei ausschließlich auf Rohdiamanten, also völlig unbearbeitete Rohsteine. Grundsätzlich ist nur der Handel mit zertifizierten Diamanten erlaubt, deren Herkunft sicher und nicht aus Konfliktregionen ist.

Die Kimberley Zertifikate erhält hierbei allerdings niemals der Endverbraucher, sondern nur der Händler, der die Ware von außerhalb seiner Handelszone (in unserem Fall außerhalb der EU) bezieht. Sie werden vom örtlichen Zoll ausgestellt und beim Import vom jeweiligen anderen Zoll kontrolliert. Beim Verkauf innerhalb der eigenen Handelszone sind keine Zertifikate nötig, erst beim Weiterverkauf über die Handelsgrenzen hinaus müssen die Papiere wieder vom Zoll ausgestellt und überprüft werden. Der Händler hat hierzu dann wiederum einen Nachweis über die Herkunft und etwaige Papiere zu erbringen.

Als Endverbraucher werden Sie mit den Kimberley-Zertifikaten also quasi keine Berührungspunkte haben, besonders nicht, wenn Sie Steine aus der EU oder sogar aus Deutschland beziehen, denn zu diesem Zeitpunkt sind die Steine bereits zertifiziert und importiert.

Wir garantieren selbstverständlich für unsere importierten Diamanten eine konfliktfreie und zertifizierte Herkunft – Blutdiamanten werden Sie niemals von uns angeboten bekommen.

 

Der „klassische“ Diamant hat eine weiße Farbe, doch auch andere Farben sind möglich.

Im Kristallgitter können einige Kohlenstoffatome durch andere ersetzt sein, beispielsweise durch Stickstoff oder Bor.

Sind Stickstoffatome vorhanden, erscheint der Stein gelb bis braun, bei Bor erscheint er blau. Letzteres ist jedoch in der Natur unheimlich selten, weswegen die allermeisten blauen Diamanten bestrahlt sind. Hierbei wird das Kristallgitter durch Strahlung leicht verformt und das Licht kann nicht mehr ungehindert durch den Stein fallen. In Folge dessen reflektiert er die blauen Lichtbestandteile und der Stein erscheint für das Auge blau.

Diese plastischen Deformationen im Kristallgitter können jedoch auch natürlich auftreten, beispielsweise durch zu hohen Druck bzw. zu schnelle Druckunterschiede oder Einlagerungen. Dadurch entstehen dann pinke oder schwarze Diamanten, je nach Deformationsgrad. Schwarze Diamanten entstehen außerdem häufig durch Einlagerung von Graphit, wodurch der Kristall dann schwarz erscheint.

 

Wissenswertes über Diamanten und Brillanten

Damit ein Mineral als Edelstein gelten soll, muss er gewisse Kriterien erfüllen: er sollte schön klar sein, damit er gut brilliert, er sollte ausreichend har sein, damit er nicht durch äussere Einflüsse beschädigt wird und er muss selten sein, was wohl das wichtigste Kriterium ist.

All diese Eigenschften hat der Diamant in besonderem Maße, was ihn zum König der Edelsteine qualifiziert und ihn seit jeher als den König der Edelsteine mit einem gewissen Mythos umgibt.
Bis in das 18. Jahrhundert wurden Diamanten ausschliesslich in Indien gefunden, gehandelt und von dort exportiert. Diese Fundstätten gehen bis in das 3. Jarhundert vor Christus zurück. Der Diamanthandel hatte eine solche Bedeutung in Indien, daß darauf auch Steuern erhoben wurden.
Da in diesen Jahrhunderten der Diamant wegen seiner Härte noch nicht bearbeitet werden konnte, wurde der Wert massgeblich durch Farbe, Transparenz und gut ausgeformte Kristalle bestimmt. Ideal geformte Oktaeder-Kristalle waren die begehrtesten dieser Steine und wurden gar nicht erst exportiert, sondern verblieben im Besitz der Maharadschas.

Im alten Griechenland wurden die importierten Diamanten wegen ihrer nahezu Unzerstörbarkeit als vom Himmel gefallene Splitter von Sternen angesehen und in manchen Überlieferungen auch als Tränen der Götter.
Hier rührt auch der Name des Diamanten her: vom Griechischen 'Adamas', der Unbezwingbare.




Erst im 15. Jahrhundert fand man heraus, daß der Diamant nicht in allen Kristallachsen gleich hart ist, daß er eine sogenannte Härte-Anisotropie besitzt und er dadurch auch bearbeitet und geschliffen werden konnte. Damals mit den einfach zur Verfügung stehenden Mitteln allerdings auch nur unter höchstem Aufwand.

Diamanten sind chemisch gesehen reiner Kohlenstoff, der unter extrem hohen Drücken und Termeraturen auskristallisiert ist. Dabei ordnen sich die Kohlenstoffatome so an, daß ein kubisches Kristallsystem entsteht und die Kristalle dann prinzipiell als Oktaeder erscheinen. Ist der Oktaeder etwas gestaucht, erhält man prinzipiell eine Würfelform. Oft kommt es auch vor, daß sich viele kleine Diamantkristalle zu einem grösseren Konglomerat-Kristall verbinden, der dann wie ein einzelner Kristall aussieht. 

Die Härte des Diamanten ist mit einer Mohs-Härte von 10 das härteste Material, das man kennt, gefolgt vom Korund mit einer Mohshärte von 9, zu dem Saphire und Rubine gehören. Obgleich sich der Unterschied von Mohshärte 10 zu 9 nicht viel anhört, ist der Diamant etwa 140 mal härter als die Korundgruppe. In der Praxis bedeutet dies, daß man für Diamanten einen140-fachen Aufwand betreiben muss um diese beispielsweise zu schleifen oder zu polieren.




Schleifen und Bohren von Diamant

Grundsätzlich stellt sich auch die Frage: mit was kann man Diamant überhaupt schleifen, da ja nichts härter ist als Diamant selbst? Hier kommt eine Besonderheit des Diamantkristalls zum Tragen: der Diamantristall ist in seinen verschiedenen Kristallachsen unterschiedlich hart. Dies nennt man im Fachjargon Härte-Anisotropie.
In der Praxis sieht es dann so aus, das der Diamantkristall mit Diamantpulver geschliffen und poliert wird. Dieses Diamantpulver hat in seinen vielen hundertausenden kleinen Partikeln auch immer Diamantpartikel, die in der härtesten Kristallachse ausgerichtet sind und diese können dann den zu bearbeitenden Diamantkristall auch schleifen und polieren. Hieraus resultiert dann auch eine wesentlich längere Bearbeitungszeit als bei anderen Edelsteinen.

Oft werden 'gebohrte' Diamanten angeboten. Diese Diamanten werden allerdings nicht im klassischen Sinn mit einem Bohrer durchbohrt, da dies schlicht nicht möglich ist, sondern sie werden mit einem Hochleistungslaser durchschossen. Hierauf haben sich einige wenige Firmen, vornehmlich in Asien, spezialisiert und führen diese Bearbeitung durch.

 

Gewichte und Größen von Brillanten

Ein Brillant ist nichts anderes als ein Diamant in einem besonderen Schliff: dem Brillantschliff mit 57 Facetten. Durch diesen besonderen Schliff wird erreicht, daß im Idealfall das komplette in den Stein eingestrahlte Licht wieder nach oben reflektiert wird und dadurch der Stein sein umwerfendes Feuer und Brillanz erhält.

Der Brillantschliff ist im Gegensatz zu anderen Schliffen in seinen Proportionen definiert und man kann daher von der Größe auf sein ungefähres Gewicht schließen und umgekehrt.


 
Gewicht Größe
0.005 Ct 1 - 1.1 mm
0.01 Ct 1.3 mm
0.02 Ct 1.7 mm
0.03 Ct 1.9 - 2.00 mm
0.04 Ct 2.2 mm
0.06 Ct 2.5 mm
0.08 Ct 2.8 mm
0.10 Ct 3.0 mm
0.12 Ct 3.2 mm
0.15 Ct 3.4 mm
0.18 Ct 3.65 mm
0.20 Ct 3.8 mm
0.25 Ct 4.1 mm
0.30 Ct 4.3 mm
0.50 Ct 5.2 mm
0.75 Ct 6.0 mm
1.00 Ct 6.6 mm
1.5 Ct 7.5 mm
2.00 Ct 8.2 mm
2.50 Ct 8.8 mm
3.00 Ct 9.4 mm
3.50 Ct 9.8 mm
4.00 Ct 10.3 mm
5.00 Ct 11.1 mm
 

Diamant-Tester, Diamant-Prüfgeräte

Um mit Diamanttestgeräten umgehen zu können, sollte man wissen, wie Diamanttester eigentlich funktionieren:
Diamanten sind die besten Wärmeleiter, die es gibt. Diese Eigenschaft machen sich Diamantprüfgeräte zu Nutzen. Die Spitze der Geräte wird auf eine definierte Temperatur erhitzt und dann wird der Wärmeabfluss auf dem Stein gemessen. Aus diesen Daten wird dann errechnet, ob es sich um einen echten Diamanten handelt oder nicht.

Aber dieser Test birgt leider viele Fehlerquellen und Gefahren:
Oft ist es so, daß gerade günstige Diamanttester kleine Steine nicht erkennen können, da hier der Wärmeabfluß relativ gering ist und das Gerät dann Zirkonia anzeigt. Bevor hier dann falsche Anschuldigungen in den Raum gestellt werden, sollte man sich das Testergebnis von einem Fachmann bestätigen lassen, bevor man sich hier in der Rolle des Verteidigers sehen muß.

Diamanttestgeräte können keine Imitate erkennen, die mit einer Diamantschicht bedampft sind. Die Spitze wird auf Diamant gehalten (auch wenn die Schicht nur sehr dünn ist), aber es ist eben Diamant und es wird Diamant angezeigt.

Diamanttestgeräte können auch keine Dupletten erkennen, die ähnlich wie Opale aus 2 Teilen zusammengesetzt sind: einem oberen echten Diamanten und darunter ein Imitat. Auch hier wird das Diamantprüfgerät auf echten Diamant aufgesetzt und erkennt diesen als echt.

Diamanttestgeräte können nur Imitate wie z.B. Zirkonias erkennen. Synthetische Diamanten werden auch als Diamant angezeigt, denn es handelt sich ja auch um echte Diamanten! Zwar keine natürliche Diamanten, sondern synthetische, aber eben Diamanten, die auch zu 100% auch Kohlenstoff bestehen und identische Eigenschaften zu natürlichen Diamanten haben.

Ein unterkühlter Zirkonia, auf den das Diamantprüfgerät aufgesetzt wird, wird oft als Diamant erkannt, da hier ein relativ großer Wärmeabfluß erfolgt. Daher Messung nur von Steinen, die Raumtemperatur haben!

Ob Diamanttestgeräte denn wirklich sinnvoll sind, muß jeder für sich entscheiden. Man muß wissen, welche Risiken diese Geräte bergen, wenn man sie verwendet.

Im Rahmen meiner gutachterlichen Tätigkeit wird die Echtheit der Steine duch Messung des Refraktionsindexes, der Ermittlung des spezifischen Gewichtes und der Analyse diamanttypischer Strukturen bestätigt. Diamanttestgeräte sind aufgrund obiger Unzulänglichkeiten nicht zu gebrauchen.


 

 

Was ist der Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Diamanten?

Natürliche Diamanten und synthetische (auch als künstliche oder laborerzeugte) Diamanten sind zwei verschiedene Arten von Diamanten, die sich in verschiedenen Punkten unterscheiden:

Herkunft:

  • Natürliche Diamanten werden in der Erdkruste unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen gebildet. Dieser Prozess kann Millionen von Jahren dauern und benötigt Kohlenstoff, der tief unter der Erde kristallisiert.
  • Synthetische Diamanten werden im Labor unter kontrollierten Bedingungen hergestellt. Sie werden aus Kohlenstoffquellen wie Graphit oder Diamantsaatkristallen gezüchtet und können in relativ kurzer Zeit erzeugt werden.

Reinheit und Qualität:

  • Natürliche Diamanten können eine breite Palette von Unreinheiten und Einschlüssen aufweisen, die ihre Reinheit und Qualität beeinflussen. Diamanten werden anhand der sogenannten "4Cs" bewertet: Carat (Karat), Cut (Schliff), Color (Farbe) und Clarity (Reinheit).
  • Synthetische Diamanten: Synthetische Diamanten werden normalerweise mit einer höheren Reinheit und Klarheit hergestellt, da die Bedingungen im Labor besser kontrolliert werden können. Sie können jedoch auch in verschiedenen Qualitätsstufen hergestellt werden.

Kosten:

  • Natürliche Diamanten sind in der Regel teurer als synthetische Diamanten, insbesondere wenn sie von hoher Qualität und Größe sind, da es einen enormen Aufwand benötigt die Diamanten zu finden und zu schürfen.
  • Synthetische Diamanten sind in der Regel kostengünstiger als natürliche Diamanten vergleichbarer Qualität und Größe.

Umweltauswirkungen:

  • Der Abbau von natürlichen Diamanten kann erhebliche Umweltauswirkungen haben, da er oft mit Landabbau und Ressourcenverbrauch verbunden ist.
  • Die Herstellung von synthetischen Diamanten im Labor ist umweltfreundlicher, da sie weniger Ressourcen verbraucht und weniger schädliche Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Ethik:

  • Der Handel mit natürlichen Diamanten ist manchmal mit ethischen Bedenken verbunden, insbesondere wenn es um Diamanten aus Konfliktgebieten (sogenannte "Blutdiamanten") geht.
  • Synthetische Diamanten sind in Bezug auf ethische Bedenken oft eine attraktivere Option, da sie in kontrollierten Umgebungen hergestellt werden und weniger wahrscheinlich mit Konflikten in Verbindung gebracht werden.
 

 

Was sind Diamanten wert?

Der Wert des Diamanten ergibt sich immer durch Bewerting der 4 C's: Cut (Schliff), Clarity, (Reinheit), Color (Farbe) und Carat (Gewicht), das in Carat angegeben wird, wobei ein Carat 0.2 Gramm entspricht.

Cut (Schliff):
Beim Schliff spielen Faktoren eine Rolle wie Symmetrie (ist bei Brillanten die Spitze genau in der Mitte) eine Rolle, Höhe des Oberteils, Höhe des Unterteils, Verhältnis Ober- zu Unterteil, Anlage der Facetten, evtl. Fehlfacetten vorhanden, etc.
Auch die Ausbildung der Kalette (Spitze im Unterteil) spielt bei der Preisbildung eine Rolle, genau wie die Dicke der Rundiste, die weder zu schmal noch zu dick geschliffen sein soll.
Den Schliff vermessen und beurteilen können nur fachlich qualifizierte Personen und der Aufwand lohnt sich erst bei größeren Steinen ab etwa 0.30Ct in guter Qualität.

Clarity (Reinheit):
man unterscheidet von der besten zur schlechtesten Reinheit folgende Stufen:
- FL (Flawless) sind Diamanten, wenn sie IF (lupenrein) sind, d.h. mit der 10-fach Lupe keine inneren Einschlüsse erkennbar sind und darüber hinaus auch aussen absolut makelos sind 
- IF (Internally Flawless) sind Diamanten, die mit der 10-fach Lupe im Inneren keinerlei erkennbare Einschlüsse haben. 
- VVSI oder VVS (Very Verry Slightly Incusions) hat ein Diamant, wenn der Fachmann mit der 10-fach Lupe nur mit intensivem Begutachten winzigste Einschlüsse erkennen kann.
  Laien sehen hier i.a. keinerlei Einschlüsse und halten solche Diamanten für lupenrein.
- VS oder VSI (Very Slighlyt Inclusions) ist ein Diamant, wenn der Fachmann diese Einschlüsse mit der 10-fach Lupe schwierig erkennen kann. 
  Laien erkennen diese Einschlüsse selbst bei intensivem Nachsehen nicht direkt
- SI (Slightly Inclusions) ist ein Diamant, wenn der Fachmann Einschlüsse mit der 10-fach Lupe direkt erkennen kann.
  Laien tun sich hier teilweise immer noch schwer diese Einschlüsse zu erkennen.

Bei allen obigen Reinheitsstufen ist die Brillanz des Diamanten durch die Einschlüsse, soweit vorhanden, in keinster Weise beeinträchtigt und alle diese Diamanten eignen sich hervorragend für Schmuckstücke.

- I1 oder Piqué 1 (Inclusions 1) hat ein Diamant, wenn Einschlüsse mit dem blosen Auge für den Fachmann einfach erkennbar sind.
  Laien erkennen diese Einschlüsse mit dem blosen Auge nicht unbedingt direkt, mit der 10-fach Lupe aber direkt und problemlos.
- I2 oder Piqué 2 (Inclusions 3) hat ein Diamant, wenn Einschlüsse mit dem blosen Auge direkt erkennbar sind. Die Brillanz ist hier in der Regel schon stark eingeschränkt.
- I3 oder Piqué 3 (Inclusions 3) hat ein Diamant, wenn der Diamant mit dem blosen Auge erkennbar sehr viele Einschlüsse hat und kaum noch oder auch keine Brillanz mehr aufweist.





Diamanten Reinheiten


Die Grundlage für die Preisfestsetzung von Diamanten bildet die Rapaport-Liste, eine Art Großhandelspreisliste des Diamantenmarktes für die ganze Welt. Sie beruht auf den erzielten Preisen an den weltweit 23 Diamantenbörsen und ist nur zugänglich für den Fachhandel.

Aber selbst, wenn man diese List zugrunde legt, kann es enorme Preisunterschiede bei scheinbar dem gleichen Stein geben. In der Rapaport Liste werden die Steine grundsätzlich nur nach Gewicht, Farbe und Reinheit klassifiziert. 

Diamanten können manchmal auch Fluoreszenz aufweisen, d.h. bei Bestrahlung mit UV-Licht leuchten die Diamanten gelblich bis bläulich. Ein fluoresziernder Diamant wird in der Regel etwas niedriger bewertet as ein Diamant, der nicht fluoresziert.


Color (Farbe)
Grundsätzlich lassen sich Diamanten in eine farbige Klasse einteilen, die alle Farben von Gelb über Grün zu Blau und die Brauntöne umfassen, und die Weisse Farbreihe, die von bestem Hochfeinem Weiss über normales Weiss bis zu getöntem Weiss reicht.
Interessant sind im Anlage- und Schmuckbereich i.a. nur die weissen Farbtöne, die nach Buchstaben von D bis O klassifiziert werden. Hier haben sich ausfrüheren Jahren auch Begriffe wie River, Top Wesselton oder Wesselton etabliert.

Es lässt sich sagen, daß das beste Weiss eine D-Farbe hat und dann über die H-Farbe bis zur O-Farbe immer ein bisschen mehr an Tönung gewinnt.
- D und E umfassen Diamanten, die das beste und reinste Weiss ausweisen, als Hochfeines Weiss deklariert werden oder auch mit der Farbe River bezeichnet werden.
- F und G sind Diamanten, wenn Sie ein Feines Weiss (oder auch Top Wessleton genannt) aufzeigen. 
- H ist das normale mittlere Weiss, das auch als Wesselton bezeichnet wird.
- I und J werden als leicht getöntes Weiss bezeichnet, früher auch gerne als Top Crystal. Laien würden diese Diamanten in der Regel immer noch als schön Weiss beurteilen.
- K und L sind getönt weisse Diamanten (oder auch Crystal). Diese erscheinen, wenn sie in einer Gelbgoldfassung gesetzt sind, immer noch schön Weiss
- M, N und O sind getönte Diamanten (oft als Cape bezeichnet), wo man auf Anhieb einen hellen Champagnerton erkennen kann. Nichtsdestoweniger haben
  auch diesen Diamanten und Brillanten einen gewissen Charme und brillieren auf ihre ganz eigene Art.




Diamant Farbgraduierung

Schliff der Diamanten
Am Bekanntesten bei Diamanten ist wohl der Brillantschliff: ein Rundschliff mit 57 Facetten, wie es überall zu nachzulesen ist. Dies ist jedoch nur bedingt korrekt: ein Brillantschliff kann bei grösseren Diamanten durchaus auch mehr Faetten haben. Ein Brillantschliff hat immer mindestens 57 Facetten!

Bemerkenswert ist, daß Brillanten teilweise bis sogar knapp unter ein Millimeter Grösse geschliffen werden; und das von Hand! Ein Rundschliff mit 57 Facetten im Handschliff, aufgekittet auf einen Kittstock, einmal dann das Oberteil mit allen Facetten geschliffen, umgekittet und dann das Unterteil geschliffen. Man kann es sich kaum vorstellen, daß dies mit einer kaum vorstellbaren Präzision von Hand geschloffen werden kann. Und solch ein Brillant ist dann selbst in sehr guter Qualtät für 10 Euro zu haben. Hier verdienen die Diamantschleifer höchste Anerkennung und Respekt.

Der Brillantschliff fasziniert die Menschen wegen seines unglaublichen Feuers, das der Diamant in diesem Schliff entwickelt. Das einfallende Licht wird in seine Spektralfarben zerlegt und wieder fast komplett nach oben reflektiert und erteugt ein Brillieren und Glitzen in allen Regenbogenfarben. Je grösser der Brillant, desto besser das Farbspiel und Feuer!



Diamant Farbgraduierung

Das gleiche Feuer können aber auch andere Schliffe zeigen wie der Princess-Schliff, der Cushionschliff oder der Radiantschliff. Aufgrund der Kristallform des Diamantkristall wird aber i.a. bevorzugt der Brillantschliff gewählt, da bei dieser Form die meiste Masse des Kristalls erhalten bleibt und somit für die Schleifereien auch der beste Ertrag erwirtschaftet werden kann.

Die anderen Schliff-Formen resultieren daher eher aus Kristallen, die aufgrund von Einschlüssen oder sonstigen Fehlern für den runden Schliff nicht geeignet sind. 



 

Geologie des Diamanten

Jeder Edelstein benötigt zum Entstehen auch ganz bestimmte Vorraussetzungen. Bestimmte Stoffe wie Moleküle und Mineralien müssen in ganz bestimmten Verhältnissen bei bestimmtem Druck und Temperatur und das meist auch über einen längeren Zeitraum vorkommen. Hier sieht man schon warum Edelsteine sehr selten sind.

Diamant Kristall
Diamant Kristall

Diamanten sind innerhalb des Erdmantels entstanden und zwar unter auschliesslichem Vorkommen von reinem Kohlenstoff. Besonders hieran ist das extrem kompakte Kristallgitter, das der Kohlenstiff bildet. Dieses Atomgitter kristallisiert meist als Oktaeder mit 8 Flächen aus.  Es kann aber auch in Würfelform mit 6 Flächen auskristallisieren oder auch als Rhombendodekaeder mit 12 Flächen. In jedem Falle handelt es sich bei allen drei Kristallisationsformen um ein kubisches Kristallsystem.
Man nimmt an, daß der Diamant sich in einer flüssigen Magmaschmelze bei ca. 1300 Grad Celsius und einem extrem hohen Druck von 70.000 Atmosphären gebildet hat, Diese Drücke herschen in ca. 130 - 200 km unter der Erdoberfläche. Diese dort entstandenen Diamantkristalle wurden dann über Vulkanausbrüche in extrem kurzer Zeit an die Oberfläche ausgeworfen. Nur durch extrem schnelle Abkühlung und durch extrem schnellen Druckabfall lässt sich erklären, daß die Kristalle nicht direkt wieder zu Kohlenstoff zerfallen sind. Was diese These untermauert ist beispielsweise die Tatsache, daß ein Diamant in Kohlenstoff zerfällt, wenn man ihn unter Luftabschluss auf ca. 1200 Grad erwärmt.

Die jüngsten Vulkanausbrüche, die Diamanten an die Erdoberfläche geschleudert haben, stammen aus der mittleren Kreidezeit, so daß man von einem Mindestalter von etwa 100 Millionen Jahre aller gefundene Steine ausgehen kann. Die ältesten diamantführenden Vulkanausbrüche stammen aus dem Präkambrium und sind somit ca. 1.2 Milliarden Jahre alt. Somit sind Diamanten auch mitunter die ältesten Edelsteine, die man finden kann.
Die Vulkanschlote werden in der Fachsprache auch "Pipes" genannt, wobei der Durchmesser einige Meter bis etwa maximal 2 km betragen kann. Im Allgemeinen sind diese Pipes an der Erdoberfläche am Breitesten und verjüngen sich mit zunehmender Tiefe immer mehr. Das vulkanische Gestein aus dem die Pipes bestehen ist vulkanisches Tuffgestein, welhes auch als "Kimberlit" bezeichnet wird. Der Name Kimberlit selbst stammt von der afrikanischen Ortschaft Kimberley ab, wo erste Pipes gefunden wurden.


Diamanten Kimberlit Pipe
Abbau von Diamanten in einem Kimberlit Pipe

Diese Pipes sind grundsätzlich über die ganze Erde verteilt, wobei einige Regionen sehr stark durchzogen sind. Grundsätzlich lässt sich feststellen, daß es sieben Länder gibt, die man aufgrund der Fördermengen als diamantproduzierende Länder bezeichnen kann: Südafrika, Russland, Australien, Botswana., Namibia, Zaire und Angola. Etwa 80% der Weltproduktion stammen aus diesen Ländern.
Andere Länder, in denen sich noch nennenswerte Lagerstätten befinden, sind Kanada, einige südamerikanische Länder wie Brasilien, Bolivien, Venezuela und einige afrikanische Länder wie Tansania und Ghana, aber auch China, Indonesien und Indien haben kleiner Diamantvorkommen.

Es ist aber durchaus nicht so, daß Diamanten ausschliesslich in diesen Pipes gefunden werden. Wenn dem aber so ist, daß sie quasi am Usprungsort, in den Pipes, gefunden werden, so spricht man von primären Lagerstätten.
Primäre Lagerstätten sind somit Orte wo die Edelsteine sich gebildet haben oder zum ersten Mal an die Erdoberfläche gebracht wurden, Bei Diamanten sind dies dann immer die Schlote, die aus Kimberlit bestehen. Die Kimberlitschlote selbst werden nochmals in drei verschiedene Stufen unterteilt: den Yellow Ground, der von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 30 m geht und der i.a. stark verwittert ist. Dann der Blue Ground, einen bläulich schimmernden Kimberlit, der bis zu einer Tiefe von 500 m reicht und letztendlich der Hard Ground für alle Tiefen unterhalb 500 m.

Im Laufe der Jahrmillionen wurden primäre Lagerstätten durch Erosion, Wind, Regen, Wasser und Wetter soweit abgetragen, daß die Diamanten (oder auch andere Edelsteine) weggeschwemmt wurden und sich an anderen Orten (wie Flussbiegungen) abgelagert haben. Hier spricht man dann von sekundären Lagerstätten. Durch den weiten Weg der Edelsteine zu ihren sekundären Lagerstätten wurden diese Kristalle dann eigentlich immer beschädigt oder abgetragen und Edelsteine, die man an sekundären Lagerstätten findet sind bei weitem keine so schönen Kristalle wie in den primären Lagerstätten, ihrem 'Geburtsort'. Dafür ist i.a. die Konzentration der Edelsteine in sekundären Lagerstätten wesentlich höher als in den primären Lagerstätten.
Der Transport der Diamanten von der primären zur sekundären Lagerstätte erfolgt eigentlich immer durch fliessendes Wasser. Durch sein relativ hohes spezifisches Gewicht von ca. 3.5 Gramm pro cm³ wird der Diamant von stärkeren Strömungen mitgenommen und an Stellen mit schwacher Strömung lagert er sich dann ab. Dies sind dann i.a. die inneren Hänge von Flussbiegungen (an äusseren Biegungen sind die Geschwindigkeiten höher). Darüberhinaus werden Mineralien auch gerne in Flussmündungen abgelagert. Diese Anhäufungen von angespülten Diamanten werden im Fachjargon auch Seifen genannt.
Durch den Transport der Diamanten über weite Strecken zur sekundären Lagerstätte und der daraus resultierenden hohen mechanischen Belastung werden auf dem Weg dahin schlechtere Diamanten, die innere Risse aufgezeigt haben, zerbrochen oder auch komplett zerstört und so werden in den Seifen fast ausschliesslich qualitativ hohe Diamantkristalle gefunden.
90% der gefundenen Kristalle finden ihren Weg in die Schmuckindustrie und nur 10% sind nur industriell verwendbar. In den primären Lagerstätten ist das Verhältnis dagegen fast umgekehrt. Hier sind ca. 90% der Diamanten nur industriell verwendbar und der geringste Teil eignet sich als Schmucksteine.

Primäre Lagerstätten findet man fast ausschliesslich nur im afrikanischen Kontinent und in allen anderen Erdteilen überwiegen sekundäre Lagerstätten. 


 

Diamantgewinnung

Wie fast alle anderen Edelsteine und auch Edelmetalle wurden Diamanten anfangs mit einer Waschschüssel ausgewaschen. Diese Waschschüssel ist allgemein bekannt und jeder hat wohl schon gesehen, wie Gold mit solchen Schüsseln ausgewaschen wurden: loses Material wird in die Waschschüssel gegeben und mit Wasser solange ausgewaschen bis die gewünschten Edelsteine oder auch Edelmetalle, aufgrund ihren höheren spezifischen Gewichtes, in der Schüssel verbleiben. Im Zuge der Industrialisierung und auch immer höherer Nachfrage und aus Gründen geologischer Gegebenheiten mussten neue Methoden entwickelt werden.

Diamanten schürfen
Diamanten schürfen auf einem Diamantfeld auf Borneo

Wenn man sich beispielsweise die grösste bekannte Diamantmine der Welt vorstellt, das Big Hole der Kimberley-Mine mit Abmessungen von knapp 500 m Durchmesser und einer Tiefe von mehr als 1000 Metern, so wird einem bewusst welche Erdmassen für die Diamantgewinnung bewegt werden müssen und daß es allein mit Auswaschen nicht mehr getan ist.
Heute wird diamanthaltiges Kimberlit mit definiertem Wasser- und Chemikalienanteil zu einem Gemisch, der sogenannten Trübe, auf ein bestimmtes spezifisches Gewicht gebracht und dann per Zentrifuge so getrennt, daß man eine Masse mit relativ hohem Diamantanteil erhält. Diese Masse wird nun nicht mehr von Hand aussortiert, sondern man macht sich eine Eigenschaft des Diamanten zu Nutze, die die Trennung wesentlich vereinfacht: Diamant ist extrem affin zu Fett (lipophil) und Kimberlit ist lipophob, d.h. er verhält sich genau entgegengesetzt zum Diamanten.
Man lässt nun die diamanthaltige Masse über ein leicht abschüssiges Rüttelband laufen, welches mit Fett beschichtet ist. Resultat  ist, daß die Diamanten an dem Fett anhaften und das überflüssige Material vom Wasser weggespült wird. Man braucht dann nur noch die Diamanten vom Fettrüttelband abzunehmen. Durch dieses Verfahren werden mehr als 95% der Diamanten aus der Trübe aussortiert.

Bei einer zweiten Möglichkeit des Aussortierens macht man sich die Fluoreszenz der Diamanten zu Nutze. Hier muss man unterscheiden zwischen einer Fluoreszenz unter UV-Licht, die einige Diamanten haben und andere nicht unter der Fluoreszenz unter Röntgenstrahlung, die alle Diamanten haben. Wenn man nun dieses konzentrierte Kimberlit-Diamant-Gemisch an einer Kombination von Röntgenstrahlquelle-Photozelle-Pressluftdüse vorbeileitet, ist es technisch möglich die Diamanten mittels gezieltem Presslufstoss aus diesem Gemisch auszusortieren. Wenn man hier zwei solcher Sortierpunkte hintereinander schaltet, ist es technisch möglich nahezu 100% aller Diamanten aus dem Gemisch auszusortieren.

Da bei beiden Methoden nach dem Aussortieren noch Mineralien oder Gesteine an den Diamanten anhaften können, werden diese anschliessend in eine Säurebad gegeben und dieser nicht erwünschte "Schmutz" weggeätzt. Hier macht man sich die Eigenschaft der Diamanten zu Nutze, daß sie gegen Chemikalien komplett unempfindlich sind und so sehr leicht separiert werden können.

Alle diese Prozesse laufen hinter separierten Produktionsabschnitten ab, in denen niemand mit den Diamanten direkt in Berührung kommen kann. Selbst wenn manuell nachsortiert wird, dann auschliesslich hinter einer Wand, durch welche Gummihandschuhe ragen. Alles ist hermetisch abgeriegelt und nach dem Separieren und Reinigen kommen diese Rohdiamanten direkt in die Tresore der Minenbetreiber.

Die weltweit wohl bedeutendste Mine ist die Argyle-Mine in Australien. Momentan ist diese Mine geschlossen und man erhofft sich durch die Schliessung eine Regeneration der Umwelt. In Spitzenzeiten wurden aus dieser Mine 40 Millionen Carat pro Jahr gefördert. Dies ist zum grössten Teil auch darin begründet, daß im vorhandenen Kimberlit auch eine "extrem hoher Anteil" Diamanten zu finden ist: pro Tonne abgebautem Kimberlit sind etwa 6.5 Carat Diamanten zu finden. Wenn mann sich dies in Zahlen vorstellt, so sind dies auf 1 Tonne Gestein Diamanten mit einem Gewicht von 1.3 Gramm. Abslout und in Relation zum abgebauten Gestein gesehen ist dies ein unglaublich geringer Teil, aber weltweit der höchst gefundene Diamantanteil. Hier kann man schon erkennen wie gewaltig der Aufwand des Diamantschürfens ist! 
Im Vergleich dazu erbrachte die Kimberley Mine in Spitzenzeiten lediglich 700.000 Carat Diamanten pro Jahr mit einer Quote von ca. 1 Carat (0.2 Gramm) Diamanten pro Tonne Kimberlit.

In Afrika sind die Länder Zaire, Botswana, Namibia, Tansania und Südafrika die wichtigsten Diamantexporteure. In Zaire befinden sich zwei bedeutende Minen: die Tshikapa Mine und die Mbuji-Mayi Mine. Man schätzt den jährlichen Ertrag der Minen auf ca. 15 Millionen Carat, jedoch sind davon etwa 95% ausschliesslich Industriediamanten. Nur der kleineste Teil der Diamanten hat Schmuckqualität.
Ein weitere Global Player im Diamantmarkt ist Russland. Hier befinden sich grössere Vorkommen in Sibierien, was den Abbau wegen der Permafrostböden sehr schwierig macht und ihn auf ein kleines Zeitfenster begrenzt. Allerdings ist hier die Anteil an Schmuckqualitäten mit 70-80% sehr hoch.

Nach der Argyle Mine in Australien ist die Jwaneng MJine in Botswana die zweitertragreichste Mine und wird direkt vom grössten Diamantenhändler der Welt betrieben: De Beers. Man schätzt den jährlichen Ertrag auf 10 - 12 Millionen Carat. Der Gehalt an Diamanten liegt hier bei knapp über 1 carat pro Tonne Kimberlit.

Summiert man alle Erträge der Minen zusammen, so beträgt die Produktion an Diamanten ca. 80 - 100 Millionen Carat pro Jahr, wovon allerdings der grösste Teil, ca. 75%, lediglich Industriediamanten sind.


 

Handel mit Diamanten

Erste Aufzeichnungen erwähnen den Handel mit Diamanten in Indien und datieren ins 3. Jahrhundert vor Christus. Gute Diamanten verblieben im Land und die minderen Qualitäten wurden ins damals bekannte Abendland verkauft. Die kostbaren Edelsteine wurde aus dem Grossraum Bombay and Perser und Araber verkauft und gelangten in eines der grössten Zentren der abendländischen Kultur: Alexandria. Von Alexandria aus gelangten die Diamanten dann in die europäischen Metropolen wie Athen und Rom.

Im frühen Mittelalter war man sich in Europa der Schmuckqualität des Diamanten noch nicht bewusst und er wurde fast ausschliesslich esotherisch zu Heilzwecken verwendet. 
Ab etwa 1500 n.Chr. wurden Diamanten mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vaso da Game Diamanten im grösseren Stil nach Europa eingeführt und auch als Schmucksteine geschliffen. Erste Anlaufhäfen waren Lissabon, Venedig, London, Amsterdam und Antwerpen. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich dann Antwerpen als bedeutendster Hafen für den Diamanthandel entwickelt und es bildete sich auch recht schnell eine Schleifindindustrie, die bis zum heutigen Tag weltweit eine der Wichtigsten ist. Aufgrund der Lohnkosten hat man sich inzwischen in Antwerpen auf Top-Qualitäten und grössere Steine spezialisiert. Fast alle kleineren Diamanten und Brillanten werden heutzutage in Indien geschliffen. Dort konzentriert sich das Diamantschleifen auf die Stadt Surat in der mehrere tausend Schleifereien ansässig sind, die mehrere hundertausend Schleifer beschäftigen. Hier werden beispielsweise Brillanten mit unter einem Millimeter Grösse von Hand geschliffen. Wobei ein Brillant ein Diamant ist, der im Rundschliff mit 57 Facetten geschliffen wurde!



 

Wie entstehen farbige Diamanten?

Diamanten bestehen aus Kohlenstoffatomen, die im Idealfall optimal in einem kubischen System (Würfelgitter) nebeneinander angeordnet sind und ein Oktaederkristall bilden.

In der Natur ist dies jedoch nie der Fall ist und es kommt es zu Verschiebungen dieser Anordnung. Oft fehlt mal ein Atom oder es sind andere Atome, Fremdatome, mit eingelagert. Wenn ein Diamantkristall entsteht, ist es natürlich, daß sich auch andere Elemente in das Kristallgitter einfügen, gerade so, wie sie eben in der Entstehungsstätte vorkommen. Diese Frematome sind oft größer als die Kohlenstoffatome und es kommt durch die Einlagerung zu Krümmungen innerhalb der Kristallstruktur, die sich dann farblich auch auswirken. Farben bei Diamanten entstehen also schlicht durch Störungen im Kristallgitter.


Farbige Diamanten
Farbige Diamanten

Bei braunen/champagnerfarbenen/gelben Diamanten ist z.B. Stickstoff mit eingelagert. Je nachdem wieviele Stickstoffatome eingelagert sind, erscheint der Diamant schwach champagner bis stark cognacfarben.
Bei blauen Diamanten ist die Einlagerung von Bor für die Farbe verantwortlich. Kombinationen davon ergeben dann z.B. andere Farben.

Da die Farben der Diamanten, genau wie bei fast allen anderen Edelsteinen durch die Einlagerung von Fremdatomen und die damit verbundene Deformation des regelmässigen Kristallgitters herrührt, kann man das Kristallgitter auch künstlich "deformieren". Entweder beispielsweise durch Erhitzen oder Bestrahlung. Leider suggeriert das Wort "Bestrahlung" einen sehr negativen Eindruck, dem aber nicht so ist. Es wird dabei kurzfristig eine Art Röntgenstrahlung auf die Edelsteine geschossen und damit eine andere Farbe bewirkt. Es besteht der Irrglaube, daß danach diese Edelsteine "strahlen". Dem ist mitnichten so. Genau so wenig, wie wenn man selbst geröntgt wird und man danach als lebendes Kernkraftwerk durch die Gegend läuft. Es ist schlicht und ergreifend eine Methode der Farbveränderung. Messungen im Labor bestätigen dies.
Es ist sogar so, daß natürliche Edelsteine eine oft relativ hohe, aber unbedenkliche und unterhalb der zulässigen Grenzwerte messbare Strahlung aufweisen, wie z.B. Zirkone.

 

Aus welchen Land stammt mein gekaufter Diamant?

Von den meisten Anbietern hört man: der Stein kommt aus Südafrika. Aber das kann mit Sicherheit leider niemand behaupten.

Der Weg der Diamanten:
70% der Steine kommen aus Afrika, der Rest kommt aus Russland, Alaska, Kanada, Indien und ein paar aus Südamerika. Die Rohdiamanten werden in aller Regel in diesen Ländern schon an den Minen von dem größten Diamantensyndikat, dem Weltkonzern de Beers, geschürft bzw. aufgekauft.

Sobald die Rohdiamanten aufgekauft sind, werden diese mit allen weltweit anderen gekauften Diamanten gemischt und nach Größe, Farbe und Reinheit sortiert. Ab hier läßt sich schon nicht mehr feststellen, wo der ursprüngliche Diamant gefunden wurde.

De Beers beliefert anschließend etwa 120 ausgewählte Händler, die direkt Steine kaufen können und zwar ausschließlich Rohdiamanten. Andere Händler als diese werden nicht beliefert und haben auch keine Chance in diesen Kreis aufzusteigen.

Jeder dieser Superhändler gibt seine Bestellung ab (mehrere hunderttausend Carat pro Order) und bekommt diese Steine normalerweise auch zugeteilt. Wenn de Beers allerdings einen Überhang einer bestimmten Qualität oder Mangel einer bestellten Qualität hat, kann die Bestellung des Kunden vom tatsächlich gelieferten Lot auch abweichen. De Beers behält sich eine Änderung ausdrücklich vor.

Die Verkäufe finden nur wenige Male im Jahr statt. Wenn jetzt mal im Lot nicht das drin ist, was der Kunde möchte, kann er das natürlich ablehnen. Allerdings ist er bei der zweiten Ablehnung raus und wird nie wieder beliefert.

Diese 120 Superhändler verkaufen die Rohsteine dann weiter. Größere, gute Steine gehen in Schleifzentren wie Antwerpen, Tel Aviv, New York und die kleineren gehen nach Asien zum Schleifen. Die hohen Lohnkosten der westlichen Schleifzentren würden kleinere Steine im Verkaufspreis unrentabel machen.



 

Kimperley-Papiere / Kimberley Prozess

Kimberley Zertifikat

Bei Blutdiamanten handelt es sich um Diamanten, mit deren Erlösen Waffen, Kriege oder andere illegale, nicht von den Förderstaaten bzw. der Weltgemeinschaft gebilligte Aktionen, finanziert werden.
Um diesen illegalen Handel mit Rohdiamanten zu kontrollieren, wurde der Kimberley-Prozess entwickelt. Der Kimberley-Prozess, international auch kurz KP bezeichnet, regelt den internationalen Handel unterschiedlicher Wirtschaftsräume untereinander und betrifft ausschliesslich Exporteur und Importeur der betreffenden Wirtschaftsräume und keine Endverbraucher.

Wenn Rohdiamanten beispielsweise aus Südafrika exportiert werden, so geht der Exporteur mit den Rohdiamanten und einem Nachweis der legalen Förderung zum Zoll, der die Lieferung dann versiegelt. Anschliessend wird die versiegelte Lieferung zum Zoll des Importlandes überführt. Dort wird sie vom Zoll geöffnet und von einem unabhängigen Gutachter nochmals überprüft. Sollte alles ok sein, behält der Zoll die Original Kimberley Papiere ein und übergibt dem Importeur eine Kopie der Papiere zum Nachweis des ordnungsgemässen Importes. 

Der Importeur kann diese Lieferung nun vereinzeln und in seinem Wirtschaftsraum einzeln oder auch in größeren Chargen verkaufen - ohne daß nochmals Kimberley-Papiere ausgestellt werden, was zum einen ohnehin nur der Zoll kann und zum anderen mit erheblichen Kosten verbunden ist.

Konkret heisst das in Europa: sind Rohdiamanten einschliesslich der Kimberley-Papiere beispielsweise nach Antwerpen verbracht worden, so besitzt ausschliesslich der Importeur eine Kopie der Papiere. Er kann ab jetzt die Rohdiamanten einzeln ohne weitere Kimberley-Papiere direkt in alle Länder der EU verkaufen; sei es an andere Wiederverkäufer oder an Endverbraucher. Kimberley-Papiere werden nicht mehr ausgestellt.
Wird ein Teil der Rohdiamanten allerdings in einen außereuropäischen Wirtschaftsraum wie beispielsweise die USA versendet, so muss der Versender nun wieder mit den ursprünglichen Papieren zum Zoll gehen, der alles wiederum begutachtet, versiegelt, neue Kimberley-Papiere ausstellt und die Sendung kann in die USA versendet werden, wo alles wieder seien gewohnten Gang geht: Überprüfung der Papiere und Sendung, etc...

Sobald ein Rohdiamant verarbeitet ist, sei es geschliffen, gebohrt oder in ein Schmuckstück gefasst, unterliegt er nicht mehr dem Kimberley-Prozess und es gelten die allgemein gültigen Gesetze für Schmuck bzw. verarbeitete Diamanten. 



 

Schleifen von Diamanten

Diamanten sind seit Jahrhunderten ein begehrtes Schmuckstück und eine wertvolle Investition. Bevor sie jedoch in Schmuckstücke eingefasst werden können, müssen sie geschliffen werden. Die größten Diamantschleifereien der Welt sind wichtige Akteure in der Diamantenindustrie und spielen eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Rohdiamanten. In diesem Abscnitt werfen wir einen Blick auf die größten Diamantschleifereien der Welt und ihre Bedeutung für die Branche.

Diamant schleifen
Diamantschleifer bei der Arbeit

Diamantaires ist eines der größten Diamantschleifereien-Unternehmen weltweit und hat seinen Hauptsitz in Antwerpen, Belgien, der Hauptstadt des Diamantenhandels. Das Unternehmen wurde 1974 gegründet und hat seitdem seinen Betrieb auf die Niederlande, Indien, Israel, Südafrika und China ausgedehnt. Diamantaires ist auf den Schleifprozess von größeren, höherwertigen Diamanten spezialisiert, darunter auch solche, die für den Schmuckmarkt bestimmt sind.

Rosy Blue ist ein in Belgien ansässiges Unternehmen, das sich auf den Handel und die Verarbeitung von Diamanten spezialisiert hat. Das Unternehmen betreibt Schleifereien in Belgien, Indien, Thailand und Südafrika und ist einer der größten Diamantschleifer weltweit. Rosy Blue ist bekannt für seine Expertise im Bereich der Schleiftechnologie und seine Fähigkeit, aus Rohdiamanten die höchstmögliche Qualität zu erzielen.

Chow Tai Fook ist ein in Hongkong ansässiges Unternehmen und einer der größten Diamant- und Schmuckhändler weltweit. Das Unternehmen betreibt Schleifereien in China und Indien und ist auch im Einzelhandel tätig. Chow Tai Fook ist bekannt für seine Expertise im Bereich der Diamanten- und Schmuckindustrie und gilt als einer der führenden Anbieter von Diamanten in Asien.

Tiffany & Co. ist ein in den USA ansässiges Unternehmen, das für seine luxuriösen Schmuckstücke bekannt ist. Das Unternehmen betreibt auch eine eigene Diamantschleiferei in New York City und ist einer der wenigen Einzelhändler, die ihre eigenen Diamanten produzieren. Die Schleiferei von Tiffany & Co. ist bekannt für ihre Expertise im Bereich der Schleiftechnologie und ihre Fähigkeit, aus Rohdiamanten die höchste Qualität zu erzielen.

Lev Leviev ist ein in Israel ansässiges Unternehmen und einer der größten Diamantschleifer weltweit. Das Unternehmen betreibt Schleifereien in Israel, Russland und Namibia und ist auch im Einzelhandel tätig. Lev Leviev ist bekannt für seine Expertise im Bereich der Diamanten- und Schmuckindustrie und gilt als einer der führenden Anbieter von Diamanten in Europa.




Welche berühmten Diamanten gibt es in der Welt?


Der Hope-Diamant ist einer der bekanntesten Diamanten der Welt und hat eine bewegte Geschichte. Er ist blau und wiegt etwa 45,52 Karat. Der Diamant wurde nach dem britischen Bankier Henry Thomas Hope benannt und ist für seinen "Fluch" berühmt.

Der Koh-i-Noor-Diamant: Dieser Diamant mit einer bewegten Geschichte ist heute im Kronjuwelenschrein des Vereinigten Königreichs aufbewahrt. Ursprünglich stammt er aus Indien und wiegt etwa 105,6 Karat. Er hat die Form eines ovalen Brilliantschliffs.

Der Cullinan-Diamant ist einer der größten jemals gefundenen Diamanten und wiegt unglaubliche 3.106 Karat.